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Kurze Betrachtungen auf alle Tage d. Monates. 613
Glücklich der Mensch, der Jesu Christo Almosen gibt; aber unglücklich, wer es ihm verweigert!
2. Was man den Reichen gibt, ist fast immer verloren; was man Gott gibt, ist es nie. Er vergilt alles reichlich; sogar ein Glas Wasser wird er freigebig belohnen. Spiel, Luxus, Aus⸗ schweifung haben Tausende von Familien zu⸗ grunde gerichtet, das Almosen hat noch nie⸗ manden arm gemacht. Eine vortreffliche Kunst ist es, sich Schätze zu sammeln, indem man den Armen gibt.
3. Die Menschen werden am jüngsten Tage nach dem Maße ihrer Almosen gerichtet werden. Was werden so viele Reiche antworten, wenn die Armen sie verklagen und Jesus Christus selbst ihnen ihre Härte vorwirft? Weichet von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer! Ich war hungrig, und ihr habt mich nicht gespeist. Ich war nackt, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ein gegen die Armen hartes Herz ist ein ver⸗ worfenes Herz; dagegen ist eine wahrhaft mild⸗ tätige Seele für die Seligkeit vorherbestimmt. Was wird auch unser Richter gegen uns sagen können, wenn er mit unsern Kleidern angetan ist und unser Brot und unser Geld in seinen Händen sich findet.
Anwendung. Welche Gesinnung hast du gegen die Armen? Betrachtest du sie als Glieder Christi und tust du ihnen all das Gute, wozu du verpflichtet bist?
Wer sich der Armen erbarmt, leiht dem Herrn auf Zinsen. Sprichw. 19.
Diöz.⸗Gebetbuch. 32⁷


