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Gesang- und Gebetbuch für die Erzdiözese Cöln
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612 Kurze Betrachtungen auf alle Tage d. Monates.

Verdienste uns durch das heilige Meßopfer zu⸗ gewandt werden.

3. Gott könnte offenbar so viele Verbrechen in der Welt nicht dulden, wenn er nicht immer inmitten der sündhaftesten Städte auf den Al⸗ tären das Opfer seines Sohnes sähe. Der An⸗ blick dieses heißgeliebten Opfers hält den Arm seiner Gerechtigkeit zurück. Wenn unsere Sünden um Rache schreien, so schreit das Blut Jesu Christi um Barmherzigkeit. Beten wir den Sohn Gottes in diesem Zustande des Schlachtopfers an und bringen wir ihm oft unsere Huldigung am Fuße der Altäre dar. Welche Schande für uns und für ihn, daß er so oft allein sein muß in unsern Kirchen, und daß sein Thron so ver⸗ lassen ist, während die Menschen die Throne der Fürsten umlagern.

Anwendung. Nimm dir vor, täglich die hl. Messe zu hören und zwar mit der Andacht und Ehrfurcht, als wärest du beim Tode Jesu auf dem Kalvarienberge zugegen.

An allen Orten wird meinem Namen ein reines Speiseopfer dargebracht werden. Mal. 1.

20. Vom Almosen.

1. Wie sind wir Jesu Christo dafür ver⸗ pflichtet, daß er uns Gelegenheit gegeben hat, ihm in der Person des Armen Gutes zu tun! Wie er im allerheiligsten Sakramente zugegen ist, um unsere Anbetung zu empfangen und um den Gläubigen zur Speise zu dienen, so ist er es in den Armen, um unser Mitleid zu erregen und um gespeist zu werden von den Gläubigen.