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Rurze Betrachtungen auf alle Tage d. Monates. 609
3. Es sind vielleicht schon mehr als 20, 30 Jahre, daß Gott dich zu etwas auffordert, was auszuführen du bis jetzt nicht den Mut hattest. So lange schon sind wir in der Schule des Heiligen Geistes, und haben so wenig gelernt! So oft sind wir erleuchtet, ermahnt, bedroht worden, und tun nichts! Bedenken wir, daß Gott ein Gläubiger ist, dem niemand sich ent⸗ ziehen kann, und daß, wenn er auch die Zahlung der Schulden nicht sofort einfordert, er dennoch hohe Zinsen verlangen wird; daß es endlich ein Maß der Gnaden und der Sünden gibt, und Gott sich zurückzieht, sobald es voll ist.
Anwendung. Danke dem Heiligen Geiste für die bisher erhaltenen Gnaden, bitte ihn um Verzeihung für den Mißbrauch derselben und trachte, den heiligen Einsprechungen, so viel du kannst, nachzukommen.
Wer viel empfangen hat, von dem wird viel gefordert werden. Luk. 12.
12. Von dem Gebrauche der Seit.
1. Die Zeitverschwendung ist einer der größten Uebelstände in der Welt. Dieses Leben ist so kurz, alle Augenblicke desselben sind so kostbar, und nichtsdestoweniger leben wir, als sollte das Leben niemals endigen, oder als hätten wir hienieden nichts zu thun.
2. Wenn ein Verdammter auch nur einen einzigen Augenblick von all der Zeit hätte, die ich vergeude, wie würde er ihn benutzen! In jedem Augenblicke meines Lebens könnte ich eine glückselige Ewigkeit gewinnen. Wir lassen keine Gelegenheit vorübergehen, uns zu ergötzen oder Diöz.⸗Gebetbuch. 32


