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Gesang- und Gebetbuch für die Erzdiözese Cöln
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606 Kurze Betrachtungen auf alle Tage d. Monates

leben habe. Der den Büßern Verzeihung veßt heißen, hat den Sündern den folgenden Taß nicht versprochen. Vielleicht werde ich Zeit haben, vielleicht auch nicht. Muß man nicht den Ver⸗ stand verloren haben, um sein Seelenheil auf einVielleicht zu gründen?

Anwendung. Seit wie lange zögerst du, dich Gott hinzugeben? Zittere vor der Gefahr, in der du dich befindest!

Keine Sicherheit ist groß genug, wo die Ewig⸗ keit auf dem Spiele steht. Hl. Gregor.

14. Von der Menschenfurcht.

I. Laß die Welt sprechen: die Reden des Toren sollen dich nicht hindern, vernünftig zu sein. Aber, was wird man sagen? Man wird sagen, daß du Gott mehr fürchtest als die Menschen. Die eifrigsten Freigeister werden dich im Herzen hochachten und gestehen, daß du recht hast. Was liegt übrigens daran, was man von dir sagt, wenn du nur deine Pflicht tust und Gott mit dir zufrieden ist.

2. Welche Feigheit, sich des Evangeliums zu schämen! Man rechnet es sich zur Ehre an, die Abzeichen eines Fürsten zu tragen, und man schämt sich derjenigen seines Erlösers Jesus Christus! Die gewöhnlichsten Handwerker treiben offen ihr Gewerbe, und die Christen wagen nicht, als Christen zu erscheinen! Der Sohn Gottes wird sich dereinst vor seinem Vater des Christen schämen, der sich seiner vor den Menschen ge⸗ schämt hat.

3. Wie? hat denn der anbetungswürdige Erlöser etwas an sich, dessen man sich schämen

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