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Gesang- und Gebetbuch für die Erzdiözese Cöln
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Wo unsere Seele Schaden leidet, da gibt es gar keinen Gewinn. Hl. Eucherius.

11. Von dem Abscheu vor der Sünde.

1. Die Menschen halten sich für unglücklich, wenn sie ihre Güter durch einen Prozeß, einen Bankerott oder irgend einen andern Unglücksfall verlieren. Was ist dieser Verlust aber gegen⸗ über dem eines unendlichen Gutes? Unglückliche Seele, die Gott durch eine Sünde verliert, aber weit unglücklicher noch diejenige, die es für nichts achtet, Gott verloren zu haben!

2. So allgemein die Sünde unter den Men⸗ schen ist, so wenig wird sie von ihnen erkannt. Sich im Spiele und im Vergnügen zum Gegen⸗ stande des göttlichen Zornes machen, welch ein Spiel und welch ein Vergnügen ist das! Gott, der nur Liebe ist, haßt unendlich die Sünde. Wer kann diesen unendlichen Haß Gottes begreifen, und was sollen wir fürchten, wenn wir den entsetzlichen Haß Gottes nicht fürchten?

3. Wohl ist es ein schreckliches Schauspiel, das sich uns auf Kalvaria bietet; und doch ist der Zustand einer der Gnade Gottes beraubten Seele noch viel furchtbarer als der eines am Kreuze sterbenden Gottes. Jesus stirbt nur, um die Sünde zu vernichten; die Sünde verursacht ihm größeres Entsetzen als der Tod.

Anwendung. Suche in dir einen wahren Absheu vor der Sünde zu erwecken; von allen Ver asten mußt du nur den der Gnade beweinen;

dieser allein kann durch Tränen wieder ersetzt merden.

Kurze Betrachtungen auf alle Tage d. Monates. 603