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Stalingrad : Roman / Theodor Plievier
Entstehung
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Salsstrom Rußlands , festklammerten..(Stöhnen, ein ganzer Keller stöhnte.) . Der Gegner ist hart, aber auch der deutsche Soldat ist härter geworden.. wir haben dem Russen Kohle und Eisen abgenommen, ohne diese ist eine große Rüstung nicht möglich... nun sehen wir, wie er zum letztenmal eine allerdings gigantische Anstrengung macht... neue Divisionen, andere wieder aufgefüllt, aher es sind nicht neue Jahrgänge; nein, müde Greise, Ssechzehnjährige Kinder... Greise! Kinder!

Piner Schrie es. Soldaten heulten. Offiziere hockten da, unter den blutigen Verband- fetzen versteinerte Gesichter. Zähne preßten sich aufeinander, um das Wort, das heraus wollte, festzuhalten. Und jetzt war es nicht mehr Stöhnen, jetzt war es weiße Wut, und da waren Blutstürze, war ansteigendes Fieber, da war der Pistolenschuß eines Selbstmörders.

Der fette Tenor dröhnte weiter:

aus all diesen gigantischen Kämpfen ragt nun gleich einem gewaltigen monu- mentalen Bau Stalingrad , der Kampf um Stalingrad heraus. Es wird dies einmal der größte Heroenkampf gewesen sein(mein Gott, was soll uns solche Beweih- rãucherung, eine organisierte Luftversorgung hätten wir gebraucht!),der sich jemals in unserer Geschichte abgespielt hat, den jetzt dort unsere Grenadiere, Pio- niere, Artilleristen, Flakartilleristen und wer sonst in dieser Stadt ist, vom General bis zum letzten Mann Gerfluchte Lüge!)und wer da jetzt kämpft, gegen eine gewaltige Ubermacht, um jeden Block, um jeden Stein, um jedes Loch, um jeden Graben, immer wieder kämpft, ermattet, erschöpft. Wir kennen ein gewaltiges

Heldenlied von einem Kampf ohnegleichen, es ist der Kampf der Nibelungen. Auch sie standen bis zum letzten...

Abgeschrieben! schrie einer.

Abgeschrieben! Dieser taumelnde Gedanke zog durch den Keller. Sie wußten es, doch daß man es ihnen auch noch sagte, es ihnen zurief, das war zuviel.

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Abgeschrieben Dieser vollgefressene Sack Sitzt im Warmen, war niemals bei uns auf dem Flug- platz!

Ich bin kein Held, ich habe Hunger!

Hunger! Grabgesang Ahotellen, abstellen!

dieses Opfer, meine Kameraden, wenn einer einmal schwach werden wollte, denke er an die Kämpfer von Stalingrad ... Meine Soldaten, Jahrtausende sind vergangen, und vor diesen Jahrtausenden Stand in einem kleinen Engpaß in Griechen- land ein unendlich tapferer und kühner Mann mit dreihundert seiner Männer, Stand Leonidas mit dreihundert Spartanern. Der Himmel verdunkelte sich von der Zahl der Pfeile, und die dreihundert wankten und wichen nicht, und dann fiel der letzte... und da steht nun der Satz: Wandrer, kommst du nach Sparta , berichte,

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