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Stalingrad : Roman / Theodor Plievier
Entstehung
Seite
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geschwollene Augen haben, um den großen Raum, in den Buchner eintrat, zu Sehen, wie er ihn Sah. Es wat dort im großen Speicherraum und in der vom matten Glast aus einem Ofen angeleuchteten Finsternis nicht anders, als ob ein großes Netz voll mit Fischen umgekippt worden väre, und am Boden bewegte es sich und zappelte es. Verwundete, Flüchtlinge, Versprengte, Deutsche, Kroaten, Italiener, Offiziere, Soldaten, sie Saßen, sie standen, sie drängten sich am Ofen, Husten, Beten, Wimmern, das ganze Haus geschüttelt von Stöhnen. Da sank Buchner hin, er lehmte sich an einen anderen. Sein Häuflein umgab ihn, es waren jetzt sechsundzwanzig. Auf den siebenundzwanzigsten wurde gewartet, das war Januscheck. Und als Januscheck dann kam und Buchner wie die übrigen sein Mehlplätzchen entgegennahum, fuhr er aus einem Zustand der Versunkenheit, der doch kein Schlaf war. Das Mehlplät?chen war etwas mehr als eine dünne Oblate. Man schluckte es hinunter und aus. Buchner schloß die Augen. Et öffnete sie wieder war Zeit vergangen oder war keine Zeit vergangen, das wußte er nicht. Er erblickte einen Mann, das blutige Hosenbein um den Beinstumpf gewickelt.

Da hätte auch Loose hier sein können, und es wäre besser gewesen. Das macht man doch nicht, man liefert doch einen Kameraden nicht lebendig in der Hölle ab. Man muß ihn da wieder rausholen! Sofort!

Mit diesem Gedanken schlief er ein.

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