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Stalingrad : Roman / Theodor Plievier
Entstehung
Seite
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stürmenden russischen Infanterie entgegen. Auf dem Wall und über den Wall her- übersteigend Russen; einen Durchlaß desTatarenwalls benutzend, dort durch- schleusend und auf das Flugfeld heraufrollend russische Panzer. Einschläge der Panzerartillerie, Bedienungen weggefegt. Richtvorrichtungen unbrauchbar. Rohre umgeworfen.

Laden feuern!

Laden feuern!

Der russische Angrift konzentrierte sich auf das Artillerienest im WãldchenBlumen- topf. Die Kanoniere imBlumentopf waren ohne infanteristischen Schutz. Eine Aarmkompanie, die vorhanden sein sollte, war nicht vorhanden. Holmers beob- achtete aus seiner Feuerstellung Einzelheiten. Er benötigte dazu nicht das Scheren- fernrohr; er sah mit bloßen Augen. Bäume bewegten sich und knickten um wie Halme in einem Bambushain. Panzer brachen in verdeckte Unterstände ein, ver- quirlten Schnee und Mensch und Erde. Die Panzer z0gen weiter, wandten sich ande- ren Objekten zu. Flüchtende, die aus dem Wald herausspritzten, fielen im Maschinen- gewehrfeuer.Blumentopf wurde zerstampft, glattgewalzt, rat?ekahl vernichtet. UndBlumentopf war die Spaltung!

Stalingrad-Mitte war von Stalingrad-Nord getrennt. Die deutsche Armeegrup- pierung in Stalingrad war in zwei Teile gespalten. Fortan gab es zwei Kessel, Stalingrad-Mitte und Stalingrad-Nord. Der Abteilungskommandeur Holmers sah sich plötzlich nicht nur zwei Fronten, er sah sich an der dritten Seite noch einer näher heranwälzenden dritten Front gegenüber.

Laden feuern!

Laden feuern!

Bis die Batterien meldeten:

Munition verschossen!

Rohte sprengen! LKWs sprengen! Zugmaschinen sprengen! Danach blieb nur noch Flucht, schleunige Flucht nach Stalingrad !

Am nächsten Tag, als Holmers in einem Stalingrader Kellerloch aufwachte, war er noch benommen, war er noch mitten drin, befand er sich noch in auf brodelndem Korditrauch und zwischen rostrot durchglühten Qualmwänden, hatte er noch den untergehendenBlumentopf vor Augen und die Bilder der danach einsetzenden allgemeinen Auflösung.

Hõhe 107, da war er also weg, da war er endgültig weg! Die Geschütze gesprengt. (Wachtmeister, die Zugmaschinen sind doch auch gesprengt?Jawohl, Herr Major! erwiderte det Wachtmeister, der sich ebenfalls im Keller befand.) Der Arbeitstrupp russischer Kriegsgefangener zurũckgeblieben, auch gut; was sollen sie jetzt noch! Die Verpflegung auch weg!Wachtmeister, die Verpflegung ist doch aufgeteilt?Jawohl, Herr Major, alles an die Leute aufgeteilt! Die Verpflegung also auch futsch!

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