links zur Ziegelei habe ich seit einer Stunde keine Verbindung. Die Auffüllung ist eingetroffen. Die Leute sind zum Teil krank, sind ohne Verpfiegung in Marsch gesetzt worden. Ich habe ihnen nichts geben können. Wir sind selbst seit zwei Tagen ohne Verpflegung.— Die Vorräte hier im Gehöft sind noch auf Veranlassung des Stabszahlmeisters befehlsgemäß mit Petroleum übergossen worden und sind ver- brannt... „Den Befehl hat er von seiner Division respektiv vom Korps aus Jelschanka bekom- men.— Die Befehls- und Unterstellungsverhältnisse sind hier auch derart verwirrt, daß kein Mensch mehr durchfindet!“ Und das waren sie in der Tat, und damit, daß in letzter Stunde und in der untergehenden Südfront die Kampfgruppe Vils- hofen, jetzt Kampfgruppe Pöllwang, Gönnern wieder unterstellt und Regiment Enders und Kampfgruppe Keil und Steimer Damme unterstellt worden waren, und daß die zwischen Pöllwang und Enders aufgestellte Flakabteilung Buchner nach wie vor dem Panzerkorps unterstand, war auch nichts besser und auch nichts übersichtlicher geworden. „Jawohl, Herr General!“ „Mit der Auffüllung und mit dem zurückgelassenen Zahlmeisterpersonal habe ich hundertundachtzehn Mann. Doch ich bitte zu bedenken, daß das Gehöft zur Ver- teidigung weitgehendst ungeeignet ist. Auch General Vilshofen hat den zweihundert Meter weiter hinten liegenden Eisenbahndamm als weit geeigneter bezeichnet—— Jawohl, Russen greifen an, mit Granatwerfern, Salvengeschützen und vereinzelten Panzern... Zu Befehl, Herr General!“ Das war es, was gesprochen wurde, während in der NMähe das Fauchen krepierender Salvengeschosse zu vernehmen war. Hauptmann Pöllwang legte den Hörer auf und betrachtete den jungen Menschen, der während des Gesprächs eingetreten war und ratlos dastand. Toll ðah er aus nichts auf dem Kopf. der Mantel offen, kein Koppel, keine Pistole, die Haare hingen ihm wirr ins Gesich. „Menschenskind! Nehmen Sie sich doch zusammen, was ist los, wo kommen Sie denn überhaupt her?“ Der junge Mensch schluckte:„Alles aus— die Russen durch— Zybenko, Kraw?ow, weg! „NMatürlich: weg! Auch Pestschanka ist weg, auch Woroponowo ist weg!“ Hauptmann Döllwang bemerkte das silberne Achselstück, das abgefetzt noch an einem Faden des Mantels hing:„Zahlmeister sind Sie, gehören wohl hier zum Ver- pflegungsamt?“ „Jawohl, Herr Hauptmann, gehörte.„ bin mit meinem Regiment nach vorn, ein Grenadierregiment. Als Zugführer.“ „Zugführer?“ Hauptmann Döllwang schüttelte den Kopf.„Und woist Ihr Regiment?“ „VWeg, alles weg! Zusammengehauen, vollständig zusammengehauen, von Panzern. Mein Gott, die hinter mir, ich höre sie noch.“
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