mit ihm anfangen? Sitzen lassen geht nicht. Das könnte andere auf diesen fetten Trümmerhaufen lenken. Er stellte Wedderkop auf die Füße. Die Glieder waren heil. Es war nur der Kopf, der gelitten hatte. Aber immerhin, war ein dis?iplinierter Bursche! Er wurde von Lachmann wie ein Packesel behängt. Lachmann nahm eben- falls soviel er schleppen konnte an sich. Und dann ging der Weg auf Umwegen an Postenstellen vorbei, nach Stalingrad hinein, und weiter über die Trümmerfelder weg und durch Stacheldrahtverhaue und über Höfe und zwischen Hausdurchbrüche und sᷣchließlich Treppen hinunter bis in einen Bunker. Und so gelangte Wedderkop in einen Unterschlupf der immer zahlreicher auftretenden Marodeure, in eine Hõhle der„Stalingrader Unterwelt“.
In der gleichen Stunde knirschten Schlitten über das weite russische Hinterland, in langen, endlos scheinenden Kolonnen; neben den Schlittenkara- wanen rollten Schwerbeladene Lastkraftwagen den gleichen Zielen zu. Jenseits Stalin - grad am flachen Wiesenufer türmte sĩich die Munition neben den Fernkampf batterien. Vber die gefrorene Wolga hinüber zog sich ein langes Band marschierender Truppen, Rotarmisten in kurzen Pelzen, Pelzkappen, Fausthandschuhen und dicken schaf- wollenen Filzstiefeln, Infanterie, Maschinenpistolenschützen, Artillerie, Raketen- werfer, Panzer. Die Richtung war dieses Mal Woroponowo. Von Nordwesten, von Westen, von Süden her waren bisher die Schläge gefallen und einander gefolgt. Wie rollende Bälle waren die deutschen Divisionen über das weite weiße Feld ge- jagt worden. Der Kessel war zusammengeschrumpft. Es war nur noch eine Uber- krustung der Stadt und eine Ausbuchtung, ein am Wolgaknie hängender häßlicher Sack vorhanden.
Von Südwesten her in der Hauptrichtung Woroponowo sollte dieser Sack auf- gestochen werden.


