ich wieder vom Welisch, und der hat es vom Reisinger, völlig die Kontenance ver-
gegangen ist!“
Dafür hatten Buchner und Stampfer Verständnis, und Feldwebel Minz, der den
Januscheck wegen Gerüchtemacherei angegeben hatte, stand mit finsterem Gesichts-
ausdruck dabei. Major Buchner sagte ungeduldig:„Wo bleibt nun eigentlich der
Loose?
Der Abteilungsadjutant, Leutnant Loose, war weggeschickt worden, um durch ein
Ferngespräch mit dem Regimentsadjutanten festzustellen, was an dem Gerede Janu-
schecks nun wirklich dran war. Es handelte sich aber darum, daß der Kommandeur
der Flakdivision, General Pickert, zur Berichterstattung ausgeflogen und zwar nicht
zurückgekehrt war, jedoch so tat, als ob er das versucht hätte und es nicht gelungen
wäre. Er hãtte einen Funkspruch geschickt, der lautete:„Habe einzufliegen versucht.
Leider nicht möglich wegen zu starker Feindangriffe!“
Was Januscheck anbelangte, so hatte er gleich gründliche Arbeit gemacht und sich
von den Flaksoldaten auf dem Flugplatz Pitomnik Sagen lassen, daß in der fraglichen
Nacht an 20 Junkers-Transportmaschinen ohne Schwierigkeiten gelandet wären.
Endlich kam Leutnant Loose zurück.
Er bestãtigte alles, was Januscheck erzählt hatte, und er brachte darüber hinaus noch
den Inhalt eines zweiten Funkspruchs des Generals Pickert mit, der in einem
Tagesbefehl der Truppe bekannt gemacht werden würde und der lautete:
„Ja, du mein Gott...“
„Stelle neue 9. auf, was heißt denn das?“
„Das war es auch, was bei dem Regimentskommandeur geradezu einen Tobsuchts-
anfall hervorgerufen hat, wie der Adjutant mir mitteilte“, sagte Leutnant Loose:
Er hat eine Antwort zurückgefunkt, die General Pickert sich nicht hinter den Spiegel
stecken wird!“
„Was ist das für eine Antwort?“
„9. Flakdivision kämpft nach wie vor auf den Trümmern von Stalingrad!“
„Mein Gott, ich versteh' das noch immer nicht. Das heißt doch geradezu: Ihr scid
abgeschrieben!“
„Jawohl: abgeschrieben!“
„Und die Ratte fliegt davon!“
„Januscheck, willst du wohl das Maul halten!“
„Ich mein', Herr Major, ein abgeschriebener Mann, also gewissermaßen aus dem
Grab her, da darf man doch reden, was man denkt!“
„Nein, du hast auch im Grab das Maul zu halten! Und jetzt verschwinde, und daß mir keine Gerüchtemacherei mehr zu Ohren kommt! Verstanden?“
„Jawohl, Herr Major!“
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