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Stalingrad : Roman / Theodor Plievier
Entstehung
Seite
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Das hab' ich bei mir in der Wirtschaft schon seit sechs Jahren nicht mehr gedurft! Sagte de Wede.

Aus einem der Schlitten wurde eine steifgefrorene Gestalt herausgehoben und vorbeigetragen.Vogt! sagte de Wede.Ja, Vogt! sagte auch der Krefelder. Und wãhrend sie die harten und angefrorenen Kartoffeln im Munde bewegten, blickten sie dem Leichnam des Soldaten Vogt nach. Vor zwei Tagen hatten sie zusammen mit Vogt das Schützenloch gehackt. Beim Skythengrab war er verwundet worden und unterwegs im Schlitten gestorben. Noch ein zweiter und ein dritter gefrorener Leichnam wurden vorbeigeschleppt, und der dritte war der des Bataillons- führers, der des Hauptmanns Hedemann.

Der ist auch ohne Stiefel!

Ja, dem haben sie auch die Stiefel ausgezogen, das ist Befehl!

Wilsdruff trat an die Gruppe heran:

Was kaut ihr denn da?

Pommes frites! sagte Brünner.

Richtige Kartoffeln?

Ja, der Hermann hat sie im Schweinetrog gefunden!

Wo denn?

Da sind keine mehr! sagte Krämer

Wilsdruff nickte dazu nur trübselig mit dem Kopf. Nach einer Weile fragte er: eibt dieser neue Oberleutnant, der Wedderkop, eigentlich bei uns?

Matzke zuckte die Achseln

Brünner fragte:Wo soll er denn hin seine ganze Kompanie ist kaputt. Hier ist einer, der sagt, daß er noch einen Tag vorher einen Soldaten mit Wacheschieben bestraft hat, weil der mit dem Seitengewehr Holz gchackt hat!

So sieht der auch aus!

Es gab keinen Befehl zum Wegtreten, und aus der gedachten Nachtruhe in den Bunkern oder hinter den Bohlenwänden der Hütten wurde nichts. Die Soldaten Sahen Hauptmann Tomas und Oberleutnant Wedderkop von einem Erkundungsgang zurückkehren und dem Obersten Meldung machen und danach wurden Befehle für schleunigen Aufbruch 6 ben.

Die Arbeit an der Grube wurde abgebrochen. Die Toten außer Hauptmann Hede- mann waren noch neun Soldaten auf den e gestorben wurden auf der vom Schnee freigemachten Boden gelegt. 3 wartete noch auf den Obersten, der neben einem Schlitten stand, auf dem der andere Bataillonsführer, tt Runz, im Sterben lag. Es dauerte nicht lange, dann wurde auch Runz gebracht und zu den anderen hingelegt.

Die ihrer Mäntel, Uniformstücke und Stiefel entkleideten elf Leichname lagen in einer Reihe. Vom niedrigen Himmel fielen große Schneeflocken. Ein Geschoß schlug in der Nähe ein und eine Fontäne aus Rauch und Dreck und Schnee erhob sich im Dunst. Hauptmann Tomas, Oberleutnant Wedderkop, Oberleutnant indt, Leut-

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