Orten der Stabsquartiere und an der Straße weggeworfene Flakkanonen sammelte und im Mannschaftszug transportieren ließ und so seinen Bestand wieder auffüllte. Und solcher Leutnant Lawkows und Major Buchners und Leutnant Looses gab es eine Menge; aber auch andere, die kopflos davonliefen bis sie angehalten wurden oder bis sie nach Stalingrad gelangten, gab es eine Menge. Dort aber, wo die Haufen Sich wieder sammelten, war in jedem Falle neben dem entschlossenen Führer die Feldküche das organisierende Element. Und wo die Haufen wieder Schritt gefaßt hatten, wurde die Verbindung zum Bataillon und dann zum Regiment wieder her- gestellt. Die Regimenter suchten und fanden ihre Verpflegungsstellen wieder. Ihre Verpflegungsstellen fanden sie auf dem Flugplatz Pitomnik, und ihre Stäbe fanden Sie, jetzt zusammengedrängt, in den Schluchten und Balkas zwischen Pitomnik und Stalingrad und zwischen Woroponowo und Stalingrad .
Oberst Vilshofen war von dem Geschehen in der vordersten Linie betroffen worden. Zu Runz, Hedemann, Wedderkop und dem Haufen Männer, die er am Skythen- grab um sich gesammelt hatte, waren noch Feldwebel Bauer mit ein paar Mann und Oberleutnant Lindt mit ein paar Mann gekommen. Von den vier Panzern war einer zurückgekehrt und hatte Tomas und Latte mitgebracht und außerdem den verwundeten Hauptmann Steiger und zwei Soldaten, die sie auf dem Hügel auf- gelesen hatten..
Dreißig Stunden vergingen, und das war Flucht, war eine rauchende Gulasch- kanone, war Kampf und sich nicht Lösenkönnen; es war der Weg vom Skythen- grab durch Otorwanowka und weiter durch eine weiße Weglosigkeit. Auf dem Panzer war Vilshofen vorausgeeilt und hatte die Hlüchtenden überholt. Der Rauch der Gulaschkanone, die er am Porfrand hatte aufstellen lassen, war wie eine Fahne und auf dem offenen Gelãnde weit zu schen gewesen, und hier hatte er einen Teil Seiner durch den Schnee stakenden und näher kommenden Leute wieder um sich gesammelt. Zwei Pak, einen Panzer, an hundert Gewehre hatte Vilshofen nachher, und einen schweren MGZug konnte er wieder aufstellen. Seinen Gepäcktroß warf er weg, den Verpflegungs- und Gefechtstroß nahm er mit, allerdings nicht mehr von Pferden, sondern von gefangenen Russen, die er seit Wertjatschi als Arbeits- trupp mit sich führte, gezogen. Weder mit der Division links(das war Damme), noch mit der Division rechts(das waren Ostreicher, deren Stab in Baburkin gelegen hatte) war es ihm gelungen, Verbindung herzustellen. Abgetrennt von der übrigen Truppe und hinter sich ein dezimiertes Hãuflein— viele waren vermißt, auf der Flucht gefallen, zu anderen Truppenteilen gelangt oder versprengt— gelangte er an eine kleine Ortschaft; vier Holzhäuser und drei Lehmhütten standen dort; der Ort hieß Otorwanowka und war die Stelle eines teilweise geräumten Hauptverband- platzes.
Artillerie und Salvengeschütze hatten seine Haufen bis hierher gefegt. Die russische Infanterie hatte er sich bisher vom Leibe halten können. Jetzt aber war auch die Infanterie so dicht an ihn herangekommen, daß nichts anderes übrig blieb, als hier
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