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Stalingrad : Roman / Theodor Plievier
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er mit geballten Ladungen umzugehen vermochte. Auch eine Amzahl Soldaten hatte Vilshofen festhalten können. Sie verteidigten sich gegen anstürmende Infanterie. Pine Welle wehrten sie ab, danach arbeiteten sie sich vor, und die nächste Welle erwarteten sie im Schutz des Skythenhügels.

Vilshofen , mit pulvergeschwärztem Gesicht, rief Wedderkop zu sich heran:Nun berichten Sie zuzammenhängend, Wedderkop!

Und das war die Worte Wedderkops zusätzlich schon vorliegender Mitteilungen, Meldungen, Feindbeobachtungen das Bild, das sich ergab: ein Einbruch von Norden her; die Dammesche Division hatte trot? Finsatz der bereits herangeführten 29. I. D.(mot) nicht mehr gehalten, und beide Divisionen waren zerrieben und zer- sprengt worden, und Teile dieser Divisionen waren in dieser Stunde wie Brand- trůmmer auf᷑ das eigene Regiment gefallen, und die eigenen Männer waren in dieser Stunde wie Ochsen, die vor einem Steppenbrand davonstoben.

Hier war Vilshofen mit einer Gruppe zurückgeblieben. Am Skythengrab konnte er allerdings nicht bleiben. Die Hügelgruppen und die Panzer wollte er noch um sich sammeln, che er daran ging sich abzusetzen. Mit Lindt und Bauer erhielt er Verbindung, doch Hauptmann Steiger meldete sich nicht mehr. Vilshofen blickte hinüber, dort war nichts zu schen als Rauch, der die Kuppe einhüllte.

Hauptmann Steiger lag auf der Kuppe des Hügels.

Auch er, und er von einem erhöhten Plat?z aus, hatte den Tag über dem vereisten Land aufziehen schen. An die Tage, die er hinter sich hatte, und auch an die eben vergangene Macht hatte er gedacht, auch an das Wort, das der Oberst ihnen mit

auf den Weg gegeben hatte.

Gott ... wenn nicht um Hitlers, dann also um Gottes willen! Gestern die Höhe r26 und das Zurückfallen über die õstlichen Abhänge, und in dieser Nacht die Infan- terie mit Pickel und Spaten, und seine vierzig Grenadiere gleich kraftlosen Ochsen den Pakgeschützen vorgespannt, die Hälfte der Geschütze auf dem Weg liegen ge- plieben und die Männer außerstande, sie weiter zu bewegen, die andere Hälfte vor dem Hügel abgestellt bis auf zwei. Zwanzig Mann und nochmals zwanzig Mann haben diese beiden Kanonen auf die Hõhe hinaufgewürgt und in Stellung gebracht. Zwei Pak und zweiunddreißig Gewehre, und der Hügel muß gehalten werden! Und die Männer liegen in Schneemulden wie Hasen unter dem offenen Himmel und wie Hasen schlafen sie mit offenen, starrenden Augen. Und vielleicht träumen sie, vielleicht sind sie in dieser Minute gepeinigt von Bildern, die gestern Wirklichkeit waren, die ihre betäubten Ohren und stumpfen Augen aufgefangen hatten, um Später in grausigen Einzelheiten und in ihrer grauenhaften Einmaligkeit aufstehen zu können.

Ein Stern ging unter, und der Himmel war grau.

Der letzte Stern wo die verlorene Höhe 126 einen Finschnitt zeigt und wo die Straße herunter und nach Karpowka führt, war er aufgegangen, um bald wieder zu

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