Vilshofen war weiter gegangen, war eine Mulde, die zu einer Schlucht führte, hin- untergeschritten; und dort stand er, in der Schlucht, eine Gruppe von Männern um Haupteslänge überragend. Der eine dieser Männer war Hauptmann Tomas, der andre sein Adjutant, Leutnant Latte; noch zwei Hauptmänner waren da, Runz und
Hedemann, seine beiden Bataillonsführer. Die anderen waren die Besatzungen von
vier Panzern, die Vilshofen zu der Besprechung mit hinzugezogen hatte, denn auch sie Sollten hören, um was es ging, für was sie sich einzusetzen hatten und für was sie vielleicht sterben sollten.
„Dem Gegner sind tiefe Einbrüche gelungen, hier an der Westfront und ebenso an der Südfront!“ sagte er.„Die Nase von Marinowka wird in dieser Stunde geräumt und daran ist nicht viel verloren. Diese Naset war mit ihrer weitausschwingenden Front ohnehin eine Kräfteverzettelung, und die Kerle hätten da schon lange hinaus- gemußt. Aber sie hatten sich da festgehalten, weil sie dort Bunker hatten und weil sie hinter sich nichts hatten. Nun, das ist die eine Seite der Sache, aber jetzt müssen sie dort raus, und unser Halten hier wird dazu beitragen, ihren Abzug aus dem Loch dort zu ermöglichen. Das ist natürlich nur ein Moment im Rahmen unserer all- gemeinen Aufgabe.“ Vilshofen hob die Hand und deutete in den Dunst hinaus:
„Auf jenem Hügel dort liegt Hauptmann Steiger, rechts und links auf den Kuppen liegen je eine Gruppe Pak. Der Hügel blockiert die Straße nach Nowo-Alexejewka. Und Sie, meine Männer, Sie haben die Hügelbesatzung dort zu unterstützen und den gegen den Hügel zu erwartenden Angriff abzuschlagen und wenn das möglich ist, zu zerstreuen!“
„Und nun, meine Männer..
Fast hätte er wieder ein„Gott behüte... hervorgebracht, doch er unterbrach sich, ließ seinen Blick über das Hãuf lein schweifen und Sagte nur kurz:„Also, 10s dafür!“ Tomas mit seinem von Narben zerschnittenen Gesicht und Latte, der noch jünglings- hafte Züge hatte, drückte er die Hand; diese Geste konnte er nicht unterdrücken. Er blieb an der Stelle stehen, sah Tomas(der seit seiner Verwundung ein Bein etwas nachzog) und sah Latte und sah die Männer einsteigen. Er sah die Luken zugehen, und er blickte den Panzern nach, wie sie die Schlucht hinunterroliten, am jenseitigen Abhang wieder hochkletterten, dann auf der Ebene— vier hellblaue Käfer— um die Skythengräber herumbogen und verschwanden. Vier Panzer, und so lange war es noch nicht her, daß es ein Strom von Eisen und aufheulendem Benzin war, der den Himmel verfinsterte, so lange war es noch nicht her, daß er ein Panzerregiment anführte.
„Nun, meine Herren, bin ich bereit!“ 5 Das galt seinen Bataillonsführern, den Hauptmännern Runz und Hedemann, und sie führten ihn zu dem Unterstand, den sie in der Nacht hatten ausheben lassen. Ein Loch, halbmannstief in die Erde gehackt, darüber ein Zeltdach, überpulvert von Schnee und Erde. Nachdem sie hineingeklettert waren und Platz genommen
86
—


