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Stalingrad : Roman / Theodor Plievier
Entstehung
Seite
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Hohe 126 ging verloren! Jawohl, Herr Oberst! Jawohl, Herr General! Ausnahme!

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Ausnahme Den Chef oder den Oberbefehlshaber persönlich!

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Es war eine der beherrschenden Höhen der Stalingrader Westfront, und ihr Ver- lust bedeutete für den Gegner einen offenen Weg bis zum Rossoschkatal und hedeu- tete einen Finfall in den Rücken der westlich in der sogenannten Masc von Mari- nowka liegenden Truppen, und bedeutete eine schwere Bedrohung hauptsächlich für die 3. motorisierte Infanterie-Pivision. Aber da war nicht nur die Höhe T26, aus dem Sůdteil des Kessels trafen ebenfalls Alarmnachrichten ein. Die Orte Zybenko und Krawzow waren gefallen. Höhe 126, die Kasatschihügel, der Stoß auf Kar- powka gerichtet, im Süden Zybenko, Krawzow, Höhe 129, der Stoß ebenfalls auf Karpowka gerichtet!

Der Ia(der Erste Generalstabsoffizier) der Armee stand vor dem Chef des General- stabs der Armee. Der Chef blickte ihn an mit seinen hellen und starren Augen. Beide wußten, daß das Entsatzunternehmen gescheitert war und daß Hooth bei Kotelnikowo geschlagen und daß er mit den Resten seiner Panzerarmee in Richtung Rostow zurückfiel, daß auch die Truppen der Heeresgruppe Manstein in Richtung Rostow zurückfielen. Das Heer war geschlagen, die Stalingrad -Armee war verloren, ihr Material war verloren, den lebendigen Bestand erhalten, wäre die noch ver- bliebene Aufgabe gewesen.

Bis dahin war die Rechnung:

330 000 minus 140 000 Mann.

Geblieben waren 190 000 Mann.

Was in diesen Stunden geschah, war der Anfang vom Ende. Der Chef der Armee war blaß, Seine hellen Augen glänzten vor kaum verhaltener Wut. Alles Scheißkerle! war das Resultat, zu dem eine Summe strategischer und taktischer Erwägungen ihn führte. Die 44. I. D. hielt nicht! Die 376. I. D. schleppte schon seit Kletskaja die

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