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Stalingrad : Roman / Theodor Plievier
Entstehung
Seite
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mit Ihnen und Ihrem Stab an der Spitze stellen den Widerstand ein. 2. Sie über- geben organisiert unserer Verfügungsgewalt sämtliche Wehrmachtsangehörige, die 3 Waffen, die gesamte Kapfusrüstung und das ganze Heeresgut in unbeschädig- tem Zustand.

Wir garantieren allen Offizieren und Soldaten, die den Widerstand einstellen, Leben und Sicherheit und nach Beendigung des Krieges Rückkehr nach Deutsch - land oder in ein beliebiges Land, wohin die Kriegsgefangenen zu fahren wünschen. Allen Wehrmachtsangehörigen der sich ergebenden Truppen werden Militär- uniform, Rangabzeichen und Orden, persönliches Bigentum und Wertsachen, dem höheren Offizierkorps auch die Degen belassen.

Allen sich ergebenden Offizieren, Unteroffizieren und Soldaten wird sofort nor- male Verpflegung sichergestellt.

Allen Verwundeten, Kranken und Frostbeschädigten wird ärztliche Hilfe er- wiesen werden.

Es wird erwartet, daß Ihre am 9. Januar 1943 um 10 Uhr oo Minuten Moskauer Zeit in schriftlicher Form übergeben wird durch einen von Ihnen per- sönlich ernannten Vertreter, der in einem Personenkraftwagen mit weißer Flagge auf der Straße nach der Ausweichstelle Konny, Station Kotlubanj, zu fahren hat. Ihr Vertreter wird von russischen bevollmächtigten Kommandeuren im Bezirk B', 0,5 Kliometer südõstlich der Ausweichstelle§64, am 9. Januar 1943 um 10 Uhr oo Minuten empfangen werden.

Sollten Sie unseren Vorschlag, die Waffen zu strecken, ablehnen, so machen wir Sie darauf aufmerksam, daß die Truppen der Roten Armee und der Roten Luft- flotte gezwungen sein werden, zur Vernichtung der eingekesselten deutschen Truppen zu schreiten, für ihre Vernichtung aber werden Sie die Verantwortung tragen.

Der Vertreter des Hauptquartiers des Oberkommandos der Roten Armee

Generaloberst der Artillerie Woronow.

Der Oberbefehlshaber der Truppen der Donfront Generalleutnant Rokossowski.

Weder Unteroffizier Gnotke, noch sonst einer der Männer der Stalingrader West- front oder der Besatzungen der Nordriegelstellung konnten in diesem Moment wissen. daß am folgenden Tag um 10 Uhr co Minuten ein neues schwarzes Blatt ihres Schicksalsbuches aufgeschlagen werden würde und ihre endgültige Vernichtung ihren Anfang nehmen sollte. In dem Graben, in dem Gnotke Posten stand und auf dem Gelãnde, das er vor Augen hatte, fiel an diesem Tage nur ein einziger Schuß. Dieser Schuß schlug neben dem Pferdekadaver ein und stäubte etwas Schnee auf. Der Arm, der sich dort bewegt, und die Hand, die mit einem Messer hantiert und

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