Quartier seines Reparaturtrupps. Ein Posten war da, dem winkte er zu; er ließ sich nur die Pritsche zeigen, auf der der Soldat Wilsdruff lag.
„Hallo, Wilsdruff !“ Ein Mann mit breitem Gesicht und über dem Mund weg- hängenden Bart öffnete die Augen.„Was ist mit den beiden Panzern, Wilsdruff ?“— „Panzer... Der Soldat wurde jetzt erst wach, erkannte seinen Regimentskomman- deur.„Die Panzer, Herr Oberst?“
„Wie lange wird für die Reparatur gebraucht?“
„Eigentlich zwei Tage, Herr Oberst.“
„Und uneigentlich, ich meine tatsächlich?... Ich brauche sie bereits morgen!“ „Nun, dann müssen wir wohl sofort rangehen!“
„Ja, geht sofort ran. Es ist dringend!“
Der Oberst wartete das Erwachen der übrigen nicht ab. Er machte sich wieder auf den Weg. Als er seinen eigenen Bunker wieder betrat, war auch der Flakkommandeur erwacht. Er saß am Tisch, vor sich ein von Vilshofen entworfenes Kroki.
„Es geht los— schon vor dem 23.“ sagte Vilshofen im Fintreten.(Etwa für die Zeit um den 23. November herum wurde mit einem russischen Großangriff gerechnet.) „Es hat hier an der Ecke noch nie aufgehört, Herr Oberst!“ erwiderte der Flakmajor. „Jedenfalls sind wir auf alles gefaßt und vorbereitet!“
„Stünde hier und auch bei Höhe 120 genügend schwere Artillerie, dann wären wir es vielleicht. Ich fürchte, die Uberraschung wird nicht in der Tatsache, sondern in den Ausmaßen des Angriffes liegen!“
„Wenn ich mir eine Frage gestatten darf, Herr Oberst?“
„Fragen sie nur drauf los, Buchner!“
Flakkommandeur Buchner betrachtete wieder das Vilshofensche Kroki. Vilshofen war bekannt für seine mit einem Stück grober Kohle, manchmal nur mit einem rußgeschwärzten Finger hingewischten Krokis, Skizzen, Geländerisse; von wirk- lichem Interesse aber und umstritten waren die mit dem Daumen hingedrückten Schwarzen Flecke, die er, so die schwachen Stellen bezeichnend, auf seinen Skizzen anzubringen pflegte.
„Der schwarze Fleck hier, an dieser Stelle, ich verstehe es nicht— ich meine, es ist die Stelle der Front, an der wir am stärksten sind!“
„An der wir am stärksten sein müßten!“
Das 48. Panzerkorps lag dort, die 23. und die 14. Panzerdivision, dazu die Königlich- Rumãänische 1. Panzerdivision, also eine beachtliche Menge an Panzerkräften! Wie aber Sah es in Wirklichkeit aus(Vilshofen hatte sich das angeschen)— ein großer Teil der Kampfwagen war in die Weite des Donbogens verstreut, lag zum Teil in Reparatur- werkstãtten. Wie die Panzer, so waren auch die Männer während des sommerlangen Vormarsches und in den pausenlosen Kämpfen um Stalingrad verbraucht, diese Maschinen und Menschen gehörten nicht in die vorderste Frontlinie, sondern in die hinteren Rãume zu gründlicher Uberholung und in wochenlange Ruhe; danach waren Prill und waren Ubungen im großen Verbande nötig. Das galt für die deut-
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