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In dem nächsten Augenblick schwebte der Wagen über dem Ab- grund. Jan duckte sich und schloß die Augen. Er sah nicht, wie man dies von Stürzenden peschreibt, sein vergangenes Lehen an sich vorübergleiten. Er durchlief nicht in gespenstischer File die Stationen seiner Jugend. Er schaute nicht, was sich hinter ihm befand.
Vor Jans geschlossenen Augen lag machtvolles Dunkel. Er fühlte die Gewißheit, daß sein Handeln notwendig war. Er wußte sich in Ubereinstimmung mit seinem Gewissen. Er hatte nichts zu bereuen, nichts zu vergessen.
Wie leicht es sich stürzte! Wie sanft und heiter dieser Abschied war! Künftighin brauchte man nicht mehr zu hassen und nicht mehr zu fürchten. Man prauchte weder anzuklagen noch zu ver- geben.
Andere würden im gegebenen Zeitpunkt Gericht abhalten. Er vürde nur noch unter den Opfern genannt sein. Andere würden Urteil sprechen. Er war nur noch stummer Zeuge.
Dies also war der letzte Augenblick: Man fuhr, wenn auch nicht aufwärts, so doch geradeswegs in den Himmel, oder wie sonst das Nichts hieß.
Es war eine atemperaubende und peseligende Himmeffahrt.


