Druckschrift 
Revolte der Heiligen : Roman / Ernst Sommer
Entstehung
Einzelbild herunterladen

tmen wüle ußte, eile, 1 er⸗ er. und ich den erie.

iegen

senen

bãm

Da wurde neuerlich ihre Stimme laut.Vielleicht erlöst uns ein Gewitter. Sie legte das Gesicht auf die heißen und feuchten Hände.Irgend einmal muß es doch eine Explosion geben!

Nicht hier! schrie Michael.Unser Volk ist zu klug, um sich zu Tollheiten hinreißen zu lassen. Gott behüte uns vor Explo-

sionen.

Am Machmittag des folgenden Tages brach ein Mann nahe dem Turm zusammen. Es war ein stiller und wortkarger Mensch ge- 3 wesen. Niemand wußte, woher er kam. Nicht viel mehr als sein 3 Name war bekannt. Man nannte ihn Bieber. Vielleicht hieß er wirklich so, vielleicht verdankte er seinen Namen der ewig ge- duckten Haltung, den kleinen, ängstlichen Augen und den vor- stehenden Nagezähnen. Er war wohlgelitten, weil er fleißig und zuvorkommend war. Niemals hatte er bei der Arbeit eine Be- anstandung gehabt. Miemals war er mit einem Arbeitskollegen in Streit geraten. Seine Geduld war größer als die eines anderen Angehörigen der Belegschaft. Anna fand ihn vor der Tür. Er lag auf der Erde, ausgestreckt, der Kopf lehnte an die Mauer. Der Mund war wie vor Verwun- derung halb geöffnet. Staunen und Unglauben waren ihm auf- geprägt. War es möglich, daß er schon jenseits von Angst und Sorge war? Hatte der Tod ihn nicht geprellt? War er wirklich er- löst und gerettet? 5 lmnmer wieder schienen die dünnen Lippen die Frage zu Stellen, 3 immer wieder baten die gebrochenen Augen um Bestätigung. Ein Schüchternes Lachen breitete sich auf dem ein wenig einfältigen * Gesicht aus. Anna versenkte sich in Biebers Züge. Sie hatte ihn vorher nur flächtig gesehen, weil Bieber in der Vullkanisieranstalt arbeitete 3

5

und am Abend niemals ausging. Aber sein Gesicht war so ein- fach und einprägbar gewesen, daß man seine Züge nach der ersten

Begegnung behalten konnte.

1 Jetzt wies dieses Gesicht einen neuen Zug auf, eine Art pfiffi- gen Triumphs. Bieber schien sich mit dem Gedanken zu befreur- den, daß er er wußte selber nicht, wie den schlimmsten Teil

seines Daseins überstanden hatte.

127