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FUNFTES KAPITETL⸗
Im ganzen Reich war die totale Mobilisierung angeordnet worden. Eine unheimliche Stimme hieß die Gesamtheit Atem holen und alles an Energien hergeben, was in den Körpern und Seelen vor- handen war. Ihr Befehl gellte durch alle Provinzen des Reiches und durch die unterworfenen und besetzten Gebiete.
Jeder, der von dem Befehl ergriffen wurde, beschleunigte er- schrocken sein Tagewerk. Er arbeitete rascher und länger. Aber seine Arbeit war nicht immer vollkommen. Das Dröhnen des Be- fehls zerstörte seine Sicherheit.
Auch das Generalgouvernement wurde von dem Befehl erfaßt. Vom Departement für das Arbeitswesen in Krakau erging an alle vier Distrikte die Weisung, neben den sonstigen Leistungen die Judenarbeit nicht zu vergessen. Die Distrikte schärften es den Kreisämtern ein. Die Kreisämter sandten ihre Befehle an die Kommiesare für die Judenwohnbezirke, Ghetti und geschlossene Arbeitslager.
Schilling las langsam und nicht ohne Erbitterung seine Instruk- tion. Sie war ausführlich und präzise wie alle Instruktionen des Zentralarbeitsamtes in Krakau . Sie enthielt bestimmte Aufträge und Weisungen. Las man sie, so hörte man das Gellen des Befehls. Sein Mißton durchdrang alle Wände und Mauern des Schlosses zu L. und machte sie dröhnen, schwingen und erbeben.
Schilling sollte aus seiner Belegschaft das Doppelte an Leistung herausholen. Welches Mittel er anwendete, stand bei ihm. Es
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