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ten zu Hause war, deren Mamen in dem einfachen Bürger die Vor- stellungen des Wunderbaren und Fremdartigen erregten.
Da war Venedig , wo Michael ein Warenlager unterhielt, voll von norditalienischen Möbeln, ein buntes Durcheinander von wert- vollen oder nur gefälligen Dingen. Das Haus lag am Großen Kanal, unweit vom Palazzo Cornaro. Der untere Teil war Magazin, die oberen zwei Stockwerke hatten Bogenfenster, Säulen und Pilaster. Vor den grün schimmernden Marmorstufen des Finganges war eine mit Tüchern verhangene Gondel angepflockt. Aus dem Mittel- kenster hing ein, wenn auch verblaßter, bunter Teppich.
Wenn Michael sich mit der Beschreibung seines Hauses in Venedig genug getan hatte, begann er andere Städte zu erwähnen, zu deren Antiquitätenhandel er Geschäftsbeziehungen unterhielt. Hatte Ruth keine Lust, den Prado zu schen, die spanische Treppe in Rom , die Beguinage in Brügge , die Mormannenhäuser in Rouen ? Auch in Paris hatte Michael eine Reihe guter, alter Geschäfts- kreunde gehabt. Ob man sie, wenn dieser Angsttraum ausgeträumt war, wiederfinden würde?
Michael versuchte, Ruth mit den Namen dieser und anderer Städte zu beschwören. Die Welt wartete. Wenn aber Ruth vor allem nach Prag Verlangen trug, warum sollte sich dieser bescheidene Wunsch nicht bald erfüllen lassend
Michael fuhr fort, auf Ruth einzureden. Sie hörte, ohne die Augen zu öffnen, unbeweglich zu. Sie versuchte, sich die Räume im Hause ihrer Mutter vorzustellen: die Halle zur ebenen Erde mit dem verwischten Fresko, das die Geißelung Christi darstellte; die Wendeltreppe, in der man eingeschlossen war wie in der engen Hülse eines Turms; den Dachbalkon, von dem man das Häuser- meer sah, steinerne, der Zeiten spottende Festungen. Sie rief das Bild des Pulverturms und der von Heiligen bewachten Karlsbrücke herauf. Und sie bildete in Gedanken die Altstädter Rathausuhr nach, diesen dank dem stündlichen Aufzug der zwölf Apostel un - vergeßlichen Eindruck ihres Lebens. Aber es schien, als wären alle diese ehrwürdigen Bauwerke ein- gestürzt und lägen in Trümmern, als ein Opfer von Bomben oder
von Belagerungsgeschütz, ebensolche Ruinen wie die Häuser der Judenstadt.
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