Michael, der sie beobachtet hatte, fühlte Zweifel und Zorn. Bisher hatte er die Begebenheiten, deren notwendiges Ergebnis ihn mit Ruth hierhergebracht hatte, für eine Art Elementarereignis ge- halten, gegen das es keine Abwehr gab und keine Maßnahme als Warten und Geduld. Aber in letzter Zeit hatte er sich oft gefragt, wie es mõglich gewesen war, daß ein Mann Seines Formats sich von den Tatsachen hatte überrumpeln lassen.
Michaels Voraussicht war es geglückt, aus seinem mit Schätzen an- gefüllten Frankfurter Antiquitätenladen den größeren Teil nach Ubersee, den kleineren und sich selbst nach Prag zu retten. Aber slatt seinen Kostharkeiten rechtzeitig nach Amerika nach- zureisen, hatte Michael zu lange in Prag verweilt.
Sein Quartier befand sich damals in einem burgartigen Hause hinter dem Pulverturm. Ruth, eine Medizinstudentin, war die Tochter von Michaels Hauswirtin. Eines Tages warf der Kenner Seinen Besitzeswillen auf sie. Wie er, um ein Aubusson-Gewebe oder einen gotischen Stollenschrank zu erstehen, seinen Hüter monatelang bestürmte, ihm glühende Versprechungen machte und nicht nur ihn, sondern alle seine Verwandten bestach, so war Michael hinter Ruth her. Ihre ablehnende Haltung schreckte ihn nicht. Um dieses seltene Stück zu erwerben, erkaufte er mit Ge- schenken die Bundesgenossenschaft ihrer Mutter.
Aber Ruth war weit davon entfernt, der Mutter zu Willen zu sein. Bei aller Weichheit gehörte sie zu jenen Geschöpfen, deren Starr- sinn, wenn er sie überkommt, härter ist als Stahl.
Sooft Michael den Entschluß faßte, dem sinnlosen Warten ein Ende zu machen und rechtzeitig seiner Wege zu gehen, zwang es ihn, nochmals vor ihr hinzusinken und seinen Heiratsantrag zu eTrneuern.
Eines Tages war Prag besetzt. Die Deutschen nahmen dem der Kapitalsflucht Verdãchtigten den Paß und verweigerten ihm die Ausreise. Jetzt kam ein quälendes Schuldbewußtsein über Ruth. Sie hatte geduldet, daß der fremde reiche Mann um ihretwillen seine Freiheit aufs Spiel setzte. Aus Pflichtgefühl wurde sie Michaels Frau. Abwechselnd verfiel sie in demütige Fügsamkeit und in finsteren Trotz.
In mehreren Etappen erfolgte der Abstieg. Zuerst wurde das
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