Schwester Gertrud riß mich aus meinem Brüten.(Ach, da sind Sie ja, Hollerchen lv schnatterte sie und tãnzelte auf mich zu.«Na, das war eine schõne Bescherung mit den zwei andern! Und Sie sollen uns nun auch verlassen, wie ich höre, was? Wie war's übrigens bei den Egloffsteins? Er- zählen Sie mall»
Sie legte mir die Hand auf die Schulter, wollte sich an mich lehnen. Unter dem süßen Veilchenparfũm, das sie in ũberreichem Maße verwendet haben mußte, kam ein schar- fer Schweißgeruch hervor.
Ich trat brüsk zurück.«Lassen Sie mich doch in Ruhe! Schen Sie nicht, wie zuwider Sie mir sind?» Die Worte ent- fuhren mir, ohne daß ich wußte, wie.
Auf Schwester Gertruds jählings käsig gewordener Stirn nahmen sich die Sommersprossen aus wie Tinten- spritzer. Sie zeterte:«Unerhört! Was denken Sie denn von mir? Ich werde mich beschweren. Ich werde... v Sie fuhr zurück.
Ich hatte ihr heftig in die Rede fallen wollen, sagte jetzt aber nur leise durch die Zähne:«Können Sie. Meinetwe- gen. Ist mir alles scheiſiegal. Jawohl, scheißegal. Und jetzt: raus lv
Ihr quollen die Augen vor, aber sie sagte kein Wort mehr. Rũckwãrtsgehend verschwand sie eilig aus dem Zim- mer.
Ich spürte, wie die klingende Leere in mir platzte. Furcht überkam mich wie ein Schüttelfrost, aber auch ein Gefühl von Entspannung und Wurstigkeit, von großer, lauer, grauer Wurstigkeit.
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