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Himmelfahrts-Kommando : Roman / F. C. Weiskopf
Entstehung
Seite
313
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kung.v Plötzlich hörte ich mich sagen: Trotzdem, die Front bringt die grõßeren Opfer, das dũrfen wir nicht ver- gessen. Ich habe eben vom Tod meines Bruders Kurt er- fahren. Das ist der zweite in unserer Familie, der draußen für Deutschland gefallen ist... v

Meine Worte hatten eine ganz andere Wirkung als beab- sichtigt. Maurer, die Arme verschränkt und die Brauen zu- Sammengezogen, grollte:«a, es wird gefallen, es wird ge- fallen, draußen und drinnen. Das ist bald das einzige, was sie dem Volk noch erlauben. Mit grõßter Freigebigkcit so- gar, haha. v Er hatte sich im Kreise umgeschaut und maß nun ruhig, aber abwehrbereit Dietz, der heftig schnaufte.

EFin paar Pulsschlãge lang geschah nichts. Dann stampfte Dietz auf. Du weißt, was du da tust, Maurer? flüsterte er heiser. Seine weißen, schwammigen Hände zuckten. Du weißt, was du da tust ꝰv

Ich glaube schon. v

Pann weißit du also auch, daß du mit dem Feuer Spielst??

Das läßt sich in Zeiten wie diesen schwer vermeiden. Wir spielen alle mit dem Feuer, ob wir's wollen oder nicht.v

Na, dann gib nur acht, daß du nicht verbrennst! Nach diesen Worten, die gleichsam ausgespuckt wurden, drehte Pietz sich scharf um und stapfte hinaus. Scine Augen wa- ren verschleiert wie die eines tollwütigen Hundes. Das Sonst s0 glatte Haar stand in feuchten Büscheln von dem schmalen Schädel ab.

Klobocznik erhob sich schwerfällig, ging zum Radio und knipste an.

Eine pausbackige Tenorstimme sang, von Mandolinen- geklimper begleitet: Wie eiskalt ist dein Hãndchen, erlaub mir, daß ich's wärm'lv

Fluchend drehte Klobocznik ab.«Sack Zement! Mau- rer, was hast du das nõtig gehabt?»

Nötig gehabt d»fuhr Maurer auf, besann sich aber an- ders und schüttelte den Kopf. Die Schatten der Verschlos-

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