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Himmelfahrts-Kommando : Roman / F. C. Weiskopf
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(Das will ich dir gleich auseinanderposamentieren. Da heißt es immer: jetzt haben wir alles Gl und alle Kohle und allen Raum... aber trotzdem gibt's keine Ruhe und keinen Frieden. Sack Zement! Zu was brauchen wir diese Kalmũckensteppe Hast ja gehört, was es dort gibt: Schafs- gras. Damit kann nicht mal der Hitler etwas...v

Dietz fuhr spitz dazwischen: Bitte schr, es heißt ja doch wohl: der Führerlv

Klobocznik wurde durch den Zwischenruf aus dem Ge⸗ leise geworfen. cKlar... was denn...v lispelte er und schob hastig sein herausrutschendes Gebiß zurück, cach, es ist alles eine einzige Scheiße. Dieser verdammte Traum macht mich dãmlich wie sieben Affen. v Kchzend und kopf- schüttelnd ging er daran, die verstreuten Teile des Putz- Stocks aufzusammeln.(Also, was man da manchmal zu- sammentrãumt...v Und er erzählte verworten von einer Schwanzlosen grauen Katze, die ihn im Traum verfolgt und sich schließlich in seine Wade festgebissen hatte. Das Vieh war nicht mehr loszukriegen, selbst als ich's erwürgt hatte. Es hing an mir wie angewachsen. Pfuil*

Mir fiel das gestrige Gespräch mit Chabrun ein. Ich suchte seinen Blick. Er zwinkerte spöttisch.«Mit einem Wort: Wadenkrampf. v

Dietz protestierte: Komm uns bitte nicht mit solchen materialistischen Erklärungen! Wo bleibt dann das Ver- gnügen an gruseligen Trãumen?v Und er begann mit wol- lüstiger Ausführlichkeit dem Dicken zu beschreiben, wie der Katzenkadaver nach mehrtägigem Hängen an der Wade aussehen würde.

Klobocznik hörte gequält und fasziniert zu.

Chabrun, eine senkrechte Falte zwischen den zusammen- gezogenen Brauen, bemerkte beißend höflich: Ach, nun weiß ich erst, welche Art Kenntnisse du aus deinen Ex- perimenten ziehst... Ich bin Dietz nãmlich neulich darauf gekommen, daß er in der Gewchrkammer einen allerlich-

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