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Himmelfahrts-Kommando : Roman / F. C. Weiskopf
Entstehung
Seite
299
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Witze riß, verbissen stumm. Als ich ihn wegen seiner Kopfhängerei aufzog, gab er mir zur Antwort:«Mensch, bei diesem Ringkampf zwischen Wehrmacht und S8. bleib doch nur ich auf᷑ der Strecke.v Er warf mit einer resignier- ten Gebãrde seine halb gerauchte Zigarre weg. cPaß auf., der Schwarze Hund macht Seine Drohung wahr und bringt mich an die Front. v

Dietz, der vor uns marschierte, bemerkte über die Schul- ter, daß Klobocznik gut daran tãte, in etwas gemãßigteren Ausdrũcken von der S8. zu sprechen; sie sci schließlich das Mark der Partei. Im übrigen habe jemand mit solchen Plattfülen wie der Dicke eine Abkommandierung nicht zu fürchten, ganz zu schweigen von den falschen Zähnen.

Hast du'ne Ahnung, wen sie jetzt alles felddienst- fähig erklärenꝰ, versetzte Klobocznik. Wenn du nur zwei Hãnde, ⁊wei Füße und eine Birne hast, ist das schon genug. Uperhaupt, bei dieser wissenschaftlichen Kriegsführung werden sicher Krüppel an der Front gesund.v Er spielte damit auf einen von Dietz seit neuestem gern zitierten Goebbelsartikel an, in dem es geheißen hatte, die deutschen Verluste seien dank den besonderen wissenschaftlichen Angriffsmethoden geradezu wunderbar gering.

Kalbskopfv, knurrte Dietz.

Klobocznik reagierte nicht darauf. Er seufzte galgen- humorig. Sack Zement, da habe ich mir immer gedacht: Vater und Großvater sind beide hinter der Theke gestor- ben, das ist auch der richtige Platz für Willi, wenn's mal soweit kommt. Ja, Schnecken! Hen stillet Heldenjrab auf õder Heide, wer hätte det jeahnt?y Er hatte die letzten Worte mit angedeuteter Singstimme, im Tone einer Ber- liner Schauerballade gesprochen und brach am Schluß in ein gezwungenes Geläãchter aus.

Mir kam plõtzlich Seelke in den Sinn, wie ich ihn an sei- nem letzten Tag auf dem Kohlenkasten vor der Kom- paniekanzlei hatte sitzen sehen.