ab. Genau genommen müßte ich Sie jetzt wegen Dienst- verletzung anzeigen.v
Herr Unteroffizier werden das nicht tunꝰ, sagte ich in einem Ton der Ergebenheit, für den ich mich im nãchsten Augenblick hätte ohrfeigen mögen. Das Verlangen, Ma- rofke mein Gewehr vor die Füße zu werfen, übermannte mich beinahe. Etwas davon mußte sich wohl in meinem Mienenspiel zeigen.
Marofke musterte mich alarmiert. Na, werden schenv, bellte er schließlich, wegtreten!v
Jetzt ihm eins hinten hineinpulvern können lv dachte ich inbrünstig, schlug aber die Hacken zusammen und trat vorschriftsmãßig ab. ¶Ach was, Dietz hat Recht. Alles ist Mist, und nur auf diese Weise wird man damit fertig.v
Wieder fand ich mich ab.
Wie lange, wie schändlich lange dauert es doch, bevor in unsereinem Verstimmung, Scham und Schuld so uner- träglich geworden sind, daß er die Trãgheit seines Herzens ũberwindet? Paß er verwandelt wird und ãndern will?
Ein Erlebnis wühlte mich in jener Zeit mehr auf als alles andere. Es war die Begegnung mit dem tschechischen Mãdchen. Was sich dabei tatsächlich zutrug, wäre kaum der Erwãhnung wert. Aber es gibt Bedeutungen hinter den Dingen, und es gibt das stille Wachsen von Erlebnissen in unserem Innern, lange nachdem sie sich in der Wirklich- keit ereignet haben.
Ich wurde von Marofke mit einem Befchl des Bahnhof- kommandos zu dem leitenden Ingenieur der Reparatur- werkstãtte geschickt. Der Ingenieur war nicht in seinem Büro, und ich erhielt die Auskunft, er inspiziere frisch in- standgesetzte Waggons hinter den Werkstätten; dort würde ich ihn finden. Von den Mitgliedern einer Scheuer- kolonne wurde ich nach einem Personenwaggon garz am Ende der langen Garnitur gewiesen. Doch als ich dort an-
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