und damit sei quasi die Entscheidung schon von vornher- ein gegeben.
Zum Schluß verkündete Marofke, daß zur Feier des Ta- ges eine Extraration Gulasch und Rum ausgegeben und der Zapfenstreich auf Mitternacht verschoben werde. Er war stockheiser, als er endlich das Siegheil auf den Führer als obersten Befehlshaber der Wehrmacht ausbrachte.
Das Gulasch war zähe und der Rum verdnnt, doch das konnte unmõglich der Grund von Chabruns Appetitlosig- keit und Schweigsamkeit sein.
Dietz schielte wãhrend des Essens mehrmals zu Chabrun hin. Als dieser seine zweite Fleischportion Klobocznik überließ, hielt Dietz es nicht länger aus. Was ist los, Cha- brun? Bei diesen kolossalen Siegen machst du ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter?»
Chabrun drückte eine Zigarette sorgfältig zusammen, daß sie die von ihm bevorzugte flache Form erhielt.«Er- stens v, hob er an und pausierte dann, um nach dem Feuer- zeug zu angeln, derstens bin ich leider nicht dort dabei, wo diese Siege erfochten werden, sondern stecke immer noch in der dreckigsten aller Hinterlandsgarnisonen... Ver- zeihung, es liegt mir total fern, der Ehre einer Wehrmachts- garnison nahezutreten. Das Wort dreckig“ hat bloß auf meine persõnliche Lage Bezug.v Er unterbrach sich aber- mals und ließ das Feuerzeug aufschnappen. Dann erst fuhr er fort: Und zweitens habe ich gerade erfahren, daß mir wieder mal eine vorzeitige Erbschaft zugefallen ist.v
Klobocznik, der seinen Teller mit einem Stück Brot auswischte, von dem er die Soßetropfen schmatzend ab- schleckte, rief: Mensch, sei doch froh, daß du ũberhaupt was erbst. Mir hat noch mein Lebtag lang niemand einen Knopf vermacht. v Er tat einen letzten Wischer, Schlang das Brot hinunter und leckte sich die fransigen Enden seines rot- blonden Schnurrbarts. Oder ist mit der Erbschaft was faulꝰ
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