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Himmelfahrts-Kommando : Roman / F. C. Weiskopf
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gchen, doch da wurde ich durch den Gefreiten vom Dienst gerettet, der draußen rief: Oberschütze Holler, sofort in die Kompaniekanzlei l

Oje, Junge, was hast du nur ausgefressen dv greinte Seelke.

Wieso denn ausgefressen dv versetzte Klobocznik. (Paßt auf, der Holler hat wieder Hamilienzuwachs gekriegt und fãhrt auf Heimaturlaub.v

Aber Seelke fuhr fort zu unken: c)a, mach nur deine Witzchen, Klobo. Ich fühl's richtig in meinen Knochen, daß was verdammt Unangenchmes in der Luft liegt.v

Oberschütze Hollerlv wurde draußen von neuem ge- schrien.

Jawohlv, meldete ich mich und riß mein Koppel vom Haken, aschon auf dem Wege!lv

Der Feldwebel in der Kanzlei Ssagte mir, ich solle mich Sputen, im Zimmer des Kompanieführers sei ein Leut- nant, der dringend nach mir verlangt habe.

Von unserem Bataillon, Herr Feldwebel?v

(Nein. Und fragen Sie nicht so viel. Nehmen Sie die Beine in die Hand.v

Wãhrend ich vor der Tür des Kommandeurzimmers meinen Uniformrock strammzog, merkte ich, wie sich die unangenchm bekannte, saugende Leere in meinem Innern ausbreitete. Der Schweiß brach mir aus. Ich war mir keines Vergehens bewußt und doch empfand ich in diesem Au- genblick ein ungewisses Schuldgefühl. Seelkes Schwarz- scherei, seine Voraussage, daß etwas verdammt Unange- nehmes in der Luft liege, erschien mir nicht mehr lãcher- lich, vielmehr völlig begreiflich und berechtigt.

Wenn ich jetzt darũber nachdenke, so wird mir klar, daß ich dieses ungewisse Schuldgefühl, diese Erwartung eines

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