mal paar Worte vom Herzen wegreden will. v Sie bemerkte erst nachträglich ihren Irrtum und lächelte Klobocznik kurz an. Ach so, das sind Sie gewesen, na, Sie müssen schon entschuldigen, aber mein Mann macht mich manch- mal ganz verwirrt mit seinem Pazwischengeflüster. Also, was wollte ich sagen? Ach ja. Wenn man so als Frau die ganze Zeit alleine ist, und man gehört noch nicht ganz zum alten Hisen, da kann einem schon der Geduldfaden reißen. Schließlich heißt es doch auch in der Schrift: Was der Herr Zusammengegeben, soll der Mensch nicht trennen. Natür- lich, Krieg ist Krieg, das versteht man auch als Frau. Aber alles hat mal seine Grenze. Das muß doch jeder einsehen. Und wenn mal die Grenze erreicht ist.. Nun, kurz und gut, ich habe mich eben zusammengepackt und bin herge- kommen. Und ich fahre von hier nur weg, wenn ich den Mois auf Urlaub mitnehmen kann. Sonst rũhre ich mich einfach nicht fort von der Kompanie, oho! Das habe ich schon dem Herrn Feldwebel auseinandergesetzt, und ich gehe hinauf bis zum Herrn Oberleutnant oder Major oder wer sonst hier das oberste Kommando hat. Dazu bin ich fest entschlossen. Und wenn ich mir was vorgenommen habe, dann geschicht's auch, das kann euch der Alois hier bestãtigen. Ich kann sanft sein wie ein Lämmchen, aber wird mir mal was zu bunt, dann schlägt's dreizehn, und zwar heftig.*
Klobocznik war von ihr hingerissen. Also, Frau Seelke, wenn ich nicht wüßte, daß Sie eine hochanständige Frau sind, und noch dazu die Gemahlin von meinem Freund und Kameraden, ich kõnnte mich glatt vergessen. Aber so Sage ich bloß: Sie kõnnen über Willi Klobocznik voll und ganz verfügen. Vbrigens, ein halbes Helles darf ich Ihnen doch noch anbieten, Sie gestatten ꝰ
Frau Scelke gestattete und trank auch gleich Seelkes Hal- bes mit aus, ohne daß ihr nachher das Geringste anzumer- ken gewesen wäre.
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