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Himmelfahrts-Kommando : Roman / F. C. Weiskopf
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gen Machtstellung das läßt sich nur durch die Einwir- kung von Kräften erklären, die über dem Verstandesmã- Bigen liegen. Mit der Vernunft ist so was nicht zu fassen. Das Wesentliche kann eben weder erlernt noch rein in- tellektuell begriffen werden; man muß sich von ihm er- greifen und durchglühen lassen. v

Chabrun unterdrückte ein Gähnen. Philosophie, ge- schenkt, mein Jungelv

Aber gestatte, du selbst hast damit angefangen. v

Hier liegt eine kleine Verwechslung vor, mein Licher. ch habe mit dem Generalfeldmarschall in dir angebunden, und nicht mit dem Nietzsche oder Rosenberg. v

Dein Hohn läßt mich kalt, Chabrun, umsomehr, als die Ideen, die du zu bespötteln geruhst, die deutschen Ideen Schlechthin sind. v

Klopocznik polterte dazwischen, sie sollten doch diese Klugscheißerei endlich sein lassen.

Chabrun atmete den Rauch seiner Zigarette tief ein. Was? Fãngst du auch schon an, Nerven 2u haben? Aber meinetwegen. Mein Bedarf an Diskussion ist gedeckt.v Er warf sich in den Schaukelstuhl und verschränkte die Arme hinter dem Nacken.

Auf den Wangen von Dietz erschienen rote Flecken. Nein, so kommst du nicht weglv protestierte er. Warte mal... v Er sprach nicht weiter.

Wir horchten alle auf. Die Blasmusik, die aus dem Ra- dio tõnte, war mitten in einem Militãrmarsch verstummt. Das Amt des Reichsprotektors kündigte an, daß in drei Minuten eine wichtige Mitteilung erfolgen werde. Gleich darauf wurde die Ankündigung nochmals durchgegeben.

Wird schon ein richtiger Tineff sein!v meinte Klobocz- nik.

Br erhob sich und ging zur Tür. Wahrscheinlich wollte er ein Fußbad nehmen; er trat mit seinen geschwollenen Plattfũßen vorsichtig auf, als schreite er ũber Sumpf boden.

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