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Himmelfahrts-Kommando : Roman / F. C. Weiskopf
Entstehung
Seite
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Na, der hat uns gerade noch gefehltv, schimpfte Pietz, als Marofke uns endlich hatte wegtreten lassen. Dabei kann er weich sein wie Butter. Ihr hättet ihn in der Kom- paniekanzlei schen sollen, ich war dort, als er den Schreib- stubenhengsten um den Bart kroch.v

cJa, so sind diese Typenꝰ meinte Maurer, adie fertigen Radfahrer. Nach oben ziehen sie den Kopf ein, nach unten treten sie, was das Zeug hält. Aber eigentlich dũrftest du dich gat nicht darũber aufhalten, Pietꝰ.v

Dietz brauste auf: Was? Wieso? Wieso ichꝰv

Na, ich meine nur. Das ist doch im Grunde dein Fũh- rungs- und Gefolgschaftsprinzip. Oder nicht?v

Pietz fxierte Maurer eine Weile. Der lãchelte kaum merk- lich und nur mit den Augen. Es war ein schwer deutbares Lächeln. Dietz wurde unsicher. Gedehnt fragte er: Was heißt das, ein Führungs- und Gefolgschaftsprinzip ꝰDer Arger, den er bisher verhalten hatte, brach plõtzlich aus ihm hervor:«Uberhaupt, was willst du mit diesen Bemer- kungen dv

Maurer spuckte mit Genauigkeit in den zchn Schritt ent- fernten Napf. Nichts. Und ich würde dir raten, nicht im- mer wer weiß was aus unseren Worten rauszudeuten. Wir sind schließlich unter Kameraden. Da wird man hoffent- lich noch sagen dürfen, was einem so durch den Kopf geht.»

Aber gewiß doch. Gestatte nur, daß auch ich dir einen Rat unter Kameraden gebe: du solltest mehr auf das auf- passen, was dir so durch den Kopf geht, Maurer. Sonst könntest du mal unverschens eins über diesen Kopf be- kommen. v Dietz feixte. Von seiner frũheren Unsicherheit war nichts mehr vorhanden. Die Art, in der er sprach und Maurer dabei aus den Augenwinkeln belauerte, hatte et- was Drohendes an sich. Mir kroch ein unangenchmes Ge- fühl über den Rücken, als kratze jemand hinter mir mit ei- nem Messer über Glas.

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