leben, dreimal hoch lv schallte uns als Begrüßung entgegen. Dann trat eine erwartungsvolle Stille ein.
¶Jetzt steigt die Einfũhrungs?eremoniev, raunte mir On- kel Helmut zu, cpaß auf, ich mach's dir vor. v Er schritt auf eine über dem ersten Tisch hängende hölzerne Hand zu, er- griff und schüttelte sie, wobei er schnarrte: Bürgermeister- stellvertreter Stabsleiter Helmut Heinrich Hoffmann zur
Stellelv
Fin Kellner hatte währenddem zwei große Biergläser, sogenannte Doppelstangen, gebracht, die von Onkel Hel- mut nun mit Schwung auf das Spezielle der Holzhand ge- leert wurden. Wildes Klatschen, Trampeln und Gelächter begleiteten diesen Akt.
Als der Tumult sich endlich gelegt hatte, gab mir Onkel Helmut einen leichten Rippenstoß.«Na, mein junge, jetzt bist du an der Reihe!» Ich mußte vortreten, die Holzhand schütteln und auf ihr Wohl trinken. Wieder gab es rau- schenden Beifall, und auf allgemeinen Wunsch hatte ich noch eine dritte Doppelstange auszutrinken.
(Gut in die Kanne gestiegen, junger Mann!v belobte mich der Prãsident des Klubs, ein kurzbeiniger Dickwanst in der Uniform eines Standartenfũhrers der SAM., eben je- ner Laurinek, von dem Onkel Helmut gesprochen hatte, seines Zeichens Arisierungskommissar der vormals jũdi- schen Kaufhäuser von R... und Umgebung. aIch heiße Sie in unserem Kreise willkommenl... Klubgenosse Hoff- mann, reichen Sie den Gast herum», setzte er, an Onkel Helmut gewandt, hinzu.
Wir machten nun die Runde von einem Tisch zum an- dern. Onkel Helmut hielt jedesmal eine kleine Rede, in der er nicht verfehlte, auf mein Verwundetenabzeichen und meine derzeitige besondere Diensteinteilung hinzuweisen. Dann wurde angestoßen und, ex! getrunken.
Als wir zum Präsidiumstisch zurückkehrten, fühlte ich die Bierschwere schon wie Blei im Kopf und in den Knien.
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