Kehle machte ihm von neuem zu schaffen, und er unter- brach sich, um noch ein Glas zu trinken.
Die Pause wurde von Resi ausgenützt. cJa, was tun diese Unmenschen unseren braven Verwundeten nicht alles an!v kreischte sic. Der Führer hat es erst neulich wieder gesagt: wir stehen im Osten einem Feind gegen- über, der nur aus fanatischen Bestien besteht.» Ihre Stimme geriet ins Zittern und von den Augen war fast nur das Weiße sichtbar. Ohren schneiden sie ab, Augen brennen sie aus, Nasen hacken sie weg, Zungen nageln sie an Bret- ter, Riemen schneiden sie aus der Haut.
Mahlzeit l* warf Effi dazwischen,«das ist gerade die richtige Unterhaltung für ein Knõdelessen. Kann ich übri- gens noch einen haben, Tante Friederike dv Sie blinzelte mir dabei spitzbũbisch zu. Dann wandte sie sich wieder an Resi. ¶Und du solltest auch noch einen nehmen. Es wird einem ja ordentlich schwach von deinem Folterkammerkatalog. v
Resi stõhnte:«Also nein, Effi, du bist gräßlich. Willst du vielleicht gar anzweifeln... v
Nichts liegt mir ferner, Tantchen. Ich bin nur der Mei- nung, daß Krieg eben Krieg ist. Da wird nun mal nicht ge- fackelt. Schließlich sind unsere Soldaten auch nicht gerade aus Sanftmut und Marzipan gemacht. Erinnere dich nur, was für Photos der Prokesch-Gustl nach Hause geschickt hat: all die Judenleichen kunterbunt in der Kalkgrube, oder das kleine Mãdel am Telegraphenpfahl.v
Hoho, du gestattest schon, aber das Mäãdel war ja pei den Partisanenv, fiel ihr Onkel Helmut in die Rede, adas hat der junge Prokesch noch extra dazugeschrieben, und das gibt der Sache auch ihre richtige Bedeutung. Denn mit diesen Flintenweibern, die unsere Soldaten hinter der Front anfallen, womõglich noch bei nachtschlafender Zeit, wird natürlich kein Federlesens gemacht, egal wie alt sie sind. Und den abgeknackten Juden brauchen wir doch keine Träne nachzuweinen, du lieber Himmellv
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