volksfeindlichen Meckereien von sich geben. Das hat mit Schwerhörigkeit nichts zu tun. v Und zu dem Zugführer: (Bitte stellen Sie den Namen dieser Frau fest!
Der Beamte rieb sich sein stoppeliges Kinn und meinte pegũtigend: WVielleicht war es nicht ganz so arg, Frãulein. Wir haben alle heute unsere Sorgen, da kann es schon pas- sieren, daß einmal die Nerven durchgehn. Hat jemand von den Herrschaften etwa auch den Eindruck gehabt wie das Frãulein dv
Zornig stampfte die Halbwüchsige auf. Die Frau hat Lügengerüchte verbreitet. Gereine Hetzreden. Ganz von der Art, wie sie der Führer neulich als Hilfsdienst für die Feindpropaganda gebrandmarkt hat. Ich weiß, was ich ge- hört habe. Und wenn Sie glauben, daß ein BDM.- Mäd- chen lügt, oder wenn Sie die Feststellung einer solchen Person verhindern wollen, dann brauchen Sie's nur zu sa- gen.
(Na, ich habe doch bloß gedacht, murmelte der Zug- fũhrer hastig. Er schlug das Dienstbuch auf, zog einen Blei- stift hervor und beleckte ihn. In seinem Gehaben und Aus- druck lag etwas von der unterwürfigen Furcht eines gepr- gelten Tieres. Ohne aufzublicken, fragte er die Tochter der Schwerhörigen: Wie ist der Name Ihrer Frau Mutter?»
Aber sie hat es doch gar nicht bõs gemeintꝰ, stotterte die Gefragte. Sie versuchte, die Halbwüchsige durch ein Lächeln umzustimmen. Das muß doch auch das Frãulein also das muß doch auch die Volksgenossin hier ein- schnd»
cIch habe nicht das Geringste einzuschn, lautete die schroffe Antwort, afür mich existiert nur, was ich gehört habe. Darüber will ich Bericht geben. Das ist meine Pflicht als deutsches Mädel. Wie sie's gemeint hat, kann sie ja nach- her der Polizei erklären.v
Jetzt erst erriet die Alte, was vor sich ging. Ihr faltiges Gesicht wurde dunkel wie eine ũberreife Tomate. Sie schüt-
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