zelte Dietz spöttisch aufmunternd zu. Aber Dietz tat so, als gehe ihn das gar nicht an.
Auch wir andern schwiegen alle. Der Wagen fuhr noch langsamer als zuvor. Das Land war fahl. In Löchern am Straßenrand glänzten matte Pfützen. Fine Wolke fiel über den Mond, schwarz und schwer wie der Vorhang des Schicksals. Mir lief ein Frösteln über die Haut. Nur von dem Wind, der mit den wachsenden Schatten dahergeflogen kam?
Plõtzlich, ohne jede Berechtigung, völlig sinnlos und lã- cherlich, flatterte eine Schnsucht auf— eine Schnsucht mit etwas verschleierten Augen..., flatterte auf und erfror gleich darauf in dem Gefühl võlligen, erbarmungslosen A- leinseins.
Ich stieß Chabrun an.
Obwohl er bestimmt wach war, rührte er sich nicht.
Wir rollten durch einen schütteren Wald. Ein großer Vo- gel strich wiederholt über unseren Wagen hin. Aus dem Dunkel eines kleinen Dickichts kam ein Vhuruf. Mir fielen die Mãrchen wieder ein, die ich als Kind gehört und gele- sen hatte,— unsere deutschen Märchen, in denen Wald und Nacht fast immer mit Schrecken angefüllt sind.
Fin durstiges Verlangen nach einer Zigarette überkam mich. Ich kramte in meinen Taschen. Nichts. Da hob Cha- brun den Kopf, blinkte mir zu und zog seinen Tabaksbeu- tel hervor.
Wir rauchten still.
Als die letzten Stummelreste verglimmt waren, sagte Chabrun mit verschleierter Stimme, mehr zu sich selber als zu mir: Was wir wollen, wissen wir nicht. Was wir wissen, Wwollen wir nicht. Das ist es doch, nicht wahr? Er machte eine Pause; seine Blicke gingen in die Ferne. Ganz uner- wartet fuhr er fort: Es mũßte eben mal ein Tor aufgesto- Ben werden. Aber wer soll das tun? Jſemand von uns?» Er
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