Druckschrift 
Himmelfahrts-Kommando : Roman / F. C. Weiskopf
Entstehung
Seite
73
Einzelbild herunterladen

Klobocznik seinen runden kahlen Schãdel zur Tür herein- steckte und alle Mann zum Saufen in die Kantine beor- derte; Unteroffizier Klahde lasse was springen, und die beiden Mãdchen von der Post seien auch da.

Sie hatten alle schon einen Schwips sitzen, und Gerda wollte durchaus mit dem anderen Postmãdchen einer mageren, mausgesichtigen Brünetten, die Hulda hicß um die Wette tanzen: Auf dem Tisch oben. So zier dich doch nicht, Hulda.v Aber Hulda weigerte sich. aSie mag nicht, weil sie nichts herzuzeigen hat, die Vogelscheuchev, kreischte Gerda und schaute, den prallen Busen vorge- streckt, in der Runde umher; ihre wasserblauen Augen blieben an mir haften, verdunkelten sich. Ich blickte weg. Gerda lehnte sich über den Tisch zu mir herüber.«He, Oberschütze Holler, was mir gerade einfällt: Ihr Paket ist gekommen... Wollen wir's gleich mal holen dv Sie ver- ließ ihren Platz neben Unteroffizier Klahde und kam zu mir. Nun, was ist, holen wir das Paketchen da

Klahde hatte sich scheinbar unbeteiligt nach der andern Seite gewandt und ein Gespräch mit Chabrun angefan- gen, aber seine Ohren waren prandrot angelaufen. Ich sagte schnell zu Gerda:«Jetzt ist doch nicht die Zeit dazu.v

Poch sie, mit der Hartnãckigkeit des nicht mehr Nüch- ternen, bestand auf ihrem Willen: Warum denn nicht? Gerade jetæt. Und Bruderschaft müssen wir auch trinken.. Na, los. Oder hast du keine Courage d* Bevor ich aus- weichen konnte, hatte sie mit beiden Hãnden in mein Haar gegriffen und versuchte, mich vom Tisch wegzuzerren.

Da rief Hulda:«So laß ihn doch in Ruhe, du. Ich habe das Paket ja mitgebracht. Hier. v Sie hielt ein praunes Pãck- chen von der Größe eines Taschenwörterbuchs in die Hõhe. Ihr Mausgesicht strahlte vor Schadenfreude.

Gerda ließ mein Haar los, stampfte zornig auf. Ach, du Luder, das hast du mir zum Trotz gemacht. Aber warte

73