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Himmelfahrts-Kommando : Roman / F. C. Weiskopf
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Dietz, was hat einst derm Nationalsozialismus die Kraft gegeben, Deutschland aus der tiefsten Erniedrigung und Schmach zu heben, und was erhebt heute das ganze deut- sche Volk zu höchster Einsatzbereitschaft und Kraftent- faltung dv

eIn beiden Fällen: der Blick auf Adolf Hitler , Herr Un'off'ier. v

Ja, Unteroffizier Klahde konnte seine Freude an Dietz haben. Ein Musterschüler! Wir anderen fielen gegen ihn võllig ab. Den grõßten Eifer legte noch Maurer an den Tag; er saß beim Unterricht straff da, etwas vorgeneigt, als wolle er den Worten, die er hörte, nachjagen; doch sein Gesicht war, wie gewöhnlich, unbewegt und verschlossen. Scelke und Klobocznik dagegen versuchten, sooft es ging, mit offenen Augen zu schlafen. Nur Chabrun zeigte ganz un- gehemmt seine Interesselosigkeit, indem er durchs Fenster zu den Wetterhähnen auf dem Dach des Nachbarhauses hinaufstarrte, oder mit gewölbten Brauen seine Fingernä- gel musterte.

Unteroffiæier Klahde ließ ihm das durchgehen, wie ihm denn ũberhaupt vieles nachgesehen wurde: das feine Tuch der Ausgangsmütze, und ihr schiefer Sitz, und das spõtti- Sche Blinzeln, und das Chabrunlächeln mit tief herunterge- zogenen Mundwinkeln.

Mir blieb die Ursache dieser Ausnahmsstellung lange rãtselhaft. Erst nach und nach fand ich heraus, daß Cha- brun dem Unteroffizier(und nicht nur ihm, auch vielen an- deren) unheimlich war. Unheimlich in seiner nonchalanten Art, sich an die gefürchtete Front zu wünschen. Ausgespro- chen unheimlich, wenn er etwa mitten im Gespräch das Thema wechselte und bemerkte: Was für eine Schweine- rei, offengestanden, he, dieses ewige Herumsitzen im Hin- terland. Verzeihung, ich rede natürlich nur von meiner eige- nen Person. Die gehört nun mal in ihrer stammrollenmã- ßigen Eigenschaft als Soldat an ein Maschinengewehr vor

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