wöhnlich stark unter Seekrankheit. Die folgenden Tage hielt er sich meist lesend an Deck auf. Die Nacht zum Samstag scheint er ebenfalls im Freien zugebracht zu haben. Denn als frühmorgens das Personal erschien, fand man Professor Rotteck in Decken eingehüllt tot auf seinem Liegestuhl. Ein Schlaganfall scheint sein Leben beendet zu haben.
,, Das Flexner- Institut hat die Verpflichtung übernommen, Rottecks Hauptwerk, das bis zu den Malern des 18. Jahrhundert fortgeführt ist, neu herauszugeben. Es werden gleichzeitig eine englische und eine deutsche Ausgabe erscheinen."
Als Ludwig das gelesen hatte, fühlte er zunächst keine Trauer. Dieses Ende des einsamen Arbeiters erschien so folgerichtig, geheimnisvoll logisch. Ohne Qual war er abgeschieden in dem Augenblick, da er die Welt verließ, zu der er gehört hatte, seine alte europäische Welt. Ludwig sah ihn vor sich auf seinem Deckstuhl, unterm Sternenhimmel der Sommernacht, die Augen dem Lande der Zuflucht zugekehrt, das ihm nicht bestimmt war. Er nahm den Trost hinüber in seinen Schlaf, daß sein Werk leben würde.
Auf einmal spürte Ludwig, daß ihm die Tränen kamen. Er wandte sich ab und lehnte zum Fenster hinaus. Steiger war nahe zu ihm getreten. Draußen hatte der Regen aufgehört, und Mrs. Carpenters Gärtchen lag in tropfender Frische. An dem einen Baum, der vorhanden war, einem verbogenen Ahorn, saß ein niedlicher Specht mit rotem Scheitel und hack360


