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Der Reisepaß : Roman / Bruno Frank
Entstehung
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Ludwig stieß einen Erlösungsschrei aus. Er hatte an diesen Besitz nie mehr gedacht, das Schmuckstück nicht mehr getragen, es völlig vergessen gehabt.

Steiger war noch immer nicht aufgestanden. Und Ludwig bemerkte zum ersten Mal, daß er ganz weißes Haar hatte, daß dies ein alter Mann war. Und er wußte, daß er ihn niemals verlassen würde.

Er eilte fort.

Auf einer Glastür in einer der Seitenstraßen von Bond- Street stand zu lesen: ,, Deveroux. Jeweller to the Royal Family. By Appointment." Darüber, ganz klein, war das Wappen. Er klinkte auf.

Die Verkaufsräume waren weit, mit Samt ausge­schlagen, umstellt mit antiken Vitrinen, darin die Schätze glänzten, gruftstill. Ein feines Fräulein in schwarzem Kleid mit weißem Umschlagkragen frug ihn nach seinen Wünschen. Sie sprach Englisch mit französischem Akzent.

,, Ich habe etwas zu verkaufen.'

دو

Sie drückte auf einen Klingelknopf. Ein zugleich billig und würdevoll angezogener junger Herr er­schien, der sich abwartend verbeugte.

,, Ich will diesen Smaragd hier verkaufen," sagte Ludwig wieder und brachte aus seiner Hosentasche das nackte Kleinod zum Vorschein.

Der Verkäufer machte erschrockene Augen.

وو

Eine Sekunde bitte!"

Er verschwand und kehrte sofort mit einem spießig angezogen Sechziger zurück, dem das Wort ,, subal­350