Die Klinik war ein aseptischer Himmel, makellos weiß alles und nickelblitzend. Auf gummiräderigen Wagen wurde in silbernen Schüsseln das Essen durch die Gänge gefahren, denn eben war Lunchzeit. Eine junge Schwester, grünäugig, mit rötlichem Haar, ein pikanter Engel, bettete Ruth in einem höchst komfortablen Zimmer. Es erschien der Aufsichtsarzt, nahm die Temperatur, die erschreckend war.
Dann bat man Ludwig in das Bureau. ,, Es kostet zwölf Pfund wöchentlich," sagte eine hoheitsvolle Hausdame. ,, Wünschen Sie für eine Woche zu bezahlen oder für zwei?"
وو
Ganz einerlei," sagte Ludwig. Es war auch wirklich ganz einerlei, da er genau neun Schilling besaß. Er erklärte, am Abend bezahlen zu wollen.
,, Sie können mir einen Scheck geben."
,, Sie werden sich freundlichst gedulden. Wer ist in London der beste Halsoperateur? Der durchaus allerbeste."
وو
,, Sir Rufus Trevenna, hier ganz nahe, DevonshireStreet. Aber billig wird er nicht sein.' ,, Er soll nicht billig sein. Er soll ausgezeichnet sein. Guten Tag."
Die Hausdame verbeugte sich vor diesem jungen Herrn, der nach Trevennas Preisen den Teufel fragte. Unter hundert Pfund rührte Sir Rufus kein Messer an, soviel war bekannt.
Ludwig fuhr nach Haus zu Steiger. Steiger sollte an Ruths Krankenbett sitzen, während er selbst auf 348


