selbe Ziel. Weit hinter Lambeth- Bridge erst standen die Letzten. Ludwig erkannte den Ort: man befand sich hier kilometerweit von Westminster. In Viererkolonnen standen die Wartenden die Uferbrüstung entlang. Ludwig und Steiger reihten sich an. Schon setzte sich hinter ihnen die Kette fort. Die hintersten verloren sich schon wieder im Dunkel.
Schritt um Schritt rückte man vor. Im Regen, der gleichmäßig fiel, hielten die Zehntausende aus, Männer, Frauen, auch Kinder, Arbeiter, Bürger, Reichgekleidete, um ihren kurzen Blick auf einen Sarg zu tun.
Ludwig und Steiger hatten vor sich zwei Leute, unscheinbar und solide anzusehen, es mochte ein kleiner Fabrikant sein oder ein Ladenbesitzer und seine Frau. Schirme trugen sie nicht, man sah überhaupt wenig Schirme, vielleicht weil es dem Ernst dieser Nachtstunde unangemessen erschien, sie ließen den Regen auf ihre wasserdichten Mäntel niederfallen. Aber der Mann rauchte seine kurze Pfeife, wie übrigens viele.
Die beiden schwiegen meistens im langsamen Vorrücken. Selten kamen ein paar Worte.„ Ob er gewußt hat," sagte einmal die Frau ,,, wie sehr ihn alle geliebt haben?" Ihr Gatte überlegte. ,, Er war ein bescheidener Mann," meinte er dann. ,, Mir hat jemand erzählt, was er vor Jahren einmal gesagt haben soll. I am a very ordinary sort of a fellow, hat er gesagt. Nun, dieses eine Mal war er weit von der Wahrheit."
Dann verstummten sie wieder. Der Regen floẞ nieder, und der Mann rauchte geruhig.
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