er erschrak. Da stand der Camburger Kaiser und wartete auf seinen Paladin, ein durchnäẞter Strolch. Das war durchdringend komisch, wenn man's bedachte, zum Schreien komisch war das. Das mußte er erzählen- wem denn? Er hatte niemand.
Jenseits der Straße kam die Böschung herunter ein Mensch. Er lief nicht, er ging ganz langsam. Nun hatte er die Straße erreicht, stand still inmitten des Fahrwegs, drehte sich um und blickte zum Lager hinauf. Er benahm sich so sinnwidrig, daß Ludwig überzeugt war, es könne unmöglich der Flüchtende sein. Er strengte die Augen an in seinem Hauswinkel und erkannte, daß der linke Ärmel des Mannes schlaff herunterhing. ,, Steiger!" rief er, heiser und durchdringend flüsternd.
Der Andere hörte vielleicht, aber verfehlte die Richtung. Ludwig trat ein wenig hervor. Steiger kam, starrte ihm in's Gesicht durch das fallende Wasser, er hob seinen Arm, sein Mund öffnete sich, und dann stürzte er Ludwig ohnmächtig an die Brust, die Beine einknickend. Ludwig umfaßte ihn und zog ihn gegen das Haus zurück.
Er lehnte den Bewußtlosen gegen die Mauer, rief seinen Namen, rieb ihm die Schläfen. Aus einem Roman fiel ihm ein, daß man Ohnmächtigen in die flache Hand schlagen müsse. Von Bourget war der Roman... Steiger regte sich nicht. Jetzt wurde jenseits, oben im Lager, Geräusch laut, verworren kamen Menschenrufe durch den rauschenden Regen, die an
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