Käfigmarsch. Es ging gleich vorbei. Aber er spürte eine schwere Müdigkeit. Halb vier. Wenn bloß dieses verdammte, grellweiße Licht dort oben verlöschte... Die Stirn tat ihm weh davon. Er ließ sich niederfallen auf das sonderbar weiche Bett, angekleidet, das Gesicht nach unten, die Arme ausgebreitet, und schon schlief er.
Unsere Träume spielen sich in Bruchteilen von Sekunden ab. Er wußte das, und dennoch glaubte er nachher, lange geträumt zu haben. Aus der Ermattung, so schien ihm, war er sogleich in die Arme dieses Traumes gestürzt, und es waren Susannas Arme. Ausgebreitet lag er an ihrer Brust. Er hatte im Wachen nicht wissen wollen, nicht dürfen, was noch lockte, noch lohnte im Leben. Aber nun, augenblicklich, wußte er es. Wie konnte er aufrecht davongehen durch's Tor, dem Dasein absagen aus stolzen Gründen, da es zurückblieb, das Dasein, ungekannt, ungelebt. Denn um sie allein ging es. Alles wurde Schatten und wurde halbwahr vor der ungeheuern Wirklichkeit ihrer Schultern und ihrer Brust- vor ihrem grauen, spähenden Blick, ihrem reifen Munde, der dunklen Stimme. Er hatte sich gesehnt all die Zeit her, es war kein Augenblick vergangen ohne sie. Er hatte die schwerste Steinplatte hingewälzt über sein Verlangen, eingesargt lag es mit offenen Augen. Sie war die Frau seines Meisters, eines Geschlagenen im Kampf, und schon der Gedanke an sie verbot sich, aber im Schlafe, in diesem letzten Traum- denn er 126


