helles Gesicht unter spiegelnd blondem Haar, das sonst hätte schön heißen müssen, war auf eine abstoßende Art entstellt: der linke Nasenflügel zeigte sich bis hoch hinauf zackig zerfressen. Es war beinahe unmöglich, den Blick von dieser Nase abzuwenden.
Mehrere Schreiber waren im Zimmer verteilt. Auch die Eskorte blieb. Neben dem leeren Schreibtisch hatte man ein Grammophon aufgestellt.
,, Nehmen Sie Platz," sagte der Uniformierte. ,, Schlechtes Wetter plötzlich. Cigarette? Abtreten alle," sagte er dann vornehm ins Leere hinein. ,, Sie bleiben, Wisotzky!"
Er setzte sich behaglich zurecht, als die Tür sich geschlossen hatte.
,, Dies soll kein Verhör sein, Prinz von Sachsen . Wir brauchen keins. Es ist über Sie schon verfügt, seit längerer Zeit schon."
,, So," sagte Ludwig auf seinem Strohstuhl.
,, Wir ließen Sie so im Netze zappeln, wissen Sie. Wir dachten, der Kreis Ihrer Paladine würde sich noch erweitern. Aber es waren immer die gleichen Getreuen. Na, da haben wir heute mal zugegriffen," schloß er faul.
,, Nun," sagte Ludwig ,,, da Sie nichts von mir wissen wollen..."
,, Ach, wir wollen schon. Wir wüßten zum Beispiel gern, mit welchen Stellen der Reichswehr Ihr Oberst Bruckdorf Verbindung gehalten hat. Wollen Sie uns das mitteilen?"
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