Druckschrift 
Der Geist der Mitte : das andere Deutschland : die "Umschulung" der Deutschen / August Blume
Entstehung
Seite
46
Einzelbild herunterladen

-

Im Erleben werden wir gewahr

-

-

-

das Denken, fähig gemacht, fähig

-

der Horror vacui der Kantianer

-

d. h. beweglich geworden, geht mit so daß ,, ums Ganze geht". Da ist gleichsam Sistole und Diastole, wie Goethe sich ausdrückt, um eine Gesetzmäßigkeit des Lebendigen auszusprechen: Zusammenziehung, Ausdehnung des Natur- Leben­digen, worauf in diesen Zusammenhängen besonders hinzuweisen ist. Das eben nicht bloß auszudenken, gar nicht im Vorstellungs- Denken erfaßbar ist, aber Veranlassung sein muß einer Metamorphose des Denkens die der Kantianismus hartnäckig bis zur Besessenheit ver­weigert. Der ganze Mensch denkt, und mit dem Wesen Mensch, dem Wesenhaften, das so erfahren, erfahrbar ist, wird das Denken wesen­haft und erfährt wesenhaft Objektives. ,, Wer zum wesenhaften Denken hin sich wendet, findet in demselben Gefühl als auch Wille, die Letz­teren auch in den Tiefen ihres Wesens." Die bloße Wortbedeutung von Vorstellungen, Begriffen, diese heute weithin illusorisch gewor­den, weicht ihrer wahren, das heißt menschlich- menschheitlichen Be­deutung, der ,, Spiegelmensch", Kopffechter seiner selbst, dem es, da alles außer ihm gleichgültig ist, auf eine Lüge mehr nicht ankommt, jetzt, der Mensch ist im vollen Ernst des wahren Lebens: der Wirk­lichkeit des Gedankenwesens, die kosmische Intelligenz, wird erfahr­bar.( Hier sind sie wirklich: ,, die Grenzen der Erkenntnis" der Kan­tianer.) Umsonst quält sich der Kopf damit, es muß schon der ganze Mensch herein, in das Denken. Man wird unbewußt! mit den Sätzen( I und II) nicht bloß in den Kopf genommen, der Spiegel ist und in Vorstellungen spiegelt, man wird hin- und hergerissen, in zwei aufeinanderfolgenden entgegengesetzten Richtungen: ,, denn" bei Kant heißt wirklich: Umschaltung, Umpolung. Ins Feste hineingefahren, festsitzend, zuerst, ist wie eine zur Faust zusammengeballte Hand, die dann natürlich nicht weiter kann, der Krampf wäre das Weitere, bis zur Erstarrung, zu erstarrtem Leben, zur leblosen Sache. Und ganz real ist das: alle Erkenntnis, so gehandhabt, muß annehmend voraus­setzen, daß nur Sachen sind, die sich also nicht ändern, wie das Lebendige. Ist im Lebendigen nicht Erkenntnistrieb lebendig wird nie Erfahrung, dieser Satz( I) versachlicht den Menschen.( Es ist die Mehr­zahl der Menschen heute, unter dem Einfluß des toten Intellektes, körperlich verkrampft. Der Egoist ist es auch seelisch. Es gibt Men­schen, wie gefroren, die auch im Sommer Kälte auszustrahlen das Ver­mögen haben.) Es ist im Grunde der kalte, herz- und hirnlose Intellekt, der das Leben so wertlos macht hinter ihm sind die Künste des

46

-

-

-

-

S

S

T