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hat. Unsere Erniedrigung, bis ins tierische Erleiden, stand drohend vor uns. Unsere Erhöhung, bis in die Lichtes- Höhen befreienden, freien Geistes ist ihr abgerungen, mußte abgerungen werden. Und es käme allerdings dem Selbstmord gleich, sie je wieder aus den Augen mit dem unzu lassen, aufzugeben. Der Selbstmord Deutschlands säglichen Morden innen und außen lag veranlagt in dem Wege der Wissenschaft und Bildung. Denn so ist dieser Weg in den Selbstmord zu bestimmen, der näher durch Kant bestimmt ist, von ihm als dem entscheidenden Ferment, mit Ausnahme also des unterirdisch gehaltenen, bis heute machtmäßig( nicht bildungs- d. h. geistmäßig) gefesselten Goetheanismus. In jenem, im schärfsten Gegensatz zu diesem, der es in sich hat, ist das Moralische außer sich gehalten und so wurzellos, um sein Wesen gebracht, als das wesentlich Menschliche, des Menschlichen wie des Erkennens in seiner Wahrheit und Wirklichkeit. Dieser machtmäßigen Bildung wurde das ebenso einseitig gewordene politisch sich gebärdende, politisch gewordene Deutschland möglich mit seiner Führung, mit angelegtem Führertum schon im Mechanismus des Militärischen, als Entsprechung Kants, mit angelegtem Mechanismus des geistigen Lebens und so seit dem Ursprung unheilvoll mit ihm verflochten.( Der Unterschied von Nord- und Süddeutschen, sonst immer und in vieler Hinsicht mit Recht geltend gemacht, ist doch nur eine Tingierung des Wesentlichen, das im Geistigen begründet ist, und da ist eben überall Kant und kein Unterschied, es ist hier wie dort wenn auch verschieden auftretendes so doch in beiden wirkendes Geistiges ahrimanisch- luziferischer Art. Wissen um die Dämonen tut not", ja, das meinen wir auch, mit Felix Schottlaender in ,, Zwang und Freiheit", August 1945( Seite 40), der, endlich, einige Hoffnung eröffnet, denn ,, wer anders sollte Garant und Hüter unserer Freiheit werden, als"- die sie verraten halfen!- ,, die geistig führende Schicht, die heute keine Möglichkeit mehr hat, sich der Verantwortung zu entziehen" man höre und staune ob dieses Eingeständnisses, weil sie sich nicht mehr auf einen Staat verlassen kann, der für ihr Wohl besorgt ist" nun, das ist wenigstens in all dem verlogenen Schwindel von gestern und heute endlich einmal männlich und mannswürdig d. h. offen und ehrlich gesprochen und zugegeben: wozu sich anstrengen, wenn es auch ohnedem geht ,,, Gevatter Staat mit Butter versorgt?" Der jetzt freilich, selber in Not, nicht mehr ,, für ihr Wohl ist besorgt und alles ohne ihr Zutun erledigt" ( s. S. 42) dafür jene ,, Garanten und Hüter unserer Freiheit", sich selbst
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