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Der Geist der Mitte : das andere Deutschland : die "Umschulung" der Deutschen / August Blume
Entstehung
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Philosophie entwickelt statt Behauptungen auszusprechen, ist gebunden an Grund und Folge, zu erkennen ist hier mehr ein Kausali- tätsverhältnis von Ursache und Wirkung, obendrein statt von Ge- danken von Sachen!: wenn Erfahrung vorangeht, ist die Wirkung, daß Erkenntnis erweckt wird durchGegenstände, soerkannt wird. Oder andererseits als Grund und Folge angenommen: es wird die Folgerung dem Grunde vorangesetzt: aus diesem(II) ergibt sich die Behauptung(I), der zweite Schritt ist vor dem ersten, eine'logische Abhängigkeit besteht, aber eben auf den Kopf gestellt. Daraus kann nur geschlossen werden, daß ein fremdes Element, anderes, bestim- mend hereinwirkt, was eben in der Eigenart von Temperament und Charakter Kants begründet liegen muß, da es objektive Gründe da- für nicht geben kann. Was durchaus objektiv sein soll, ist gerade Ausfluß der Subjektivität. Ist das wirklich, sieht es so aus, das den- kende Erkennen? Alles, was mit ihnen sich(und uns) beschäftigt, es geschieht ja gerade deshalb, um einen für alle und alles gültigen Boden zu erreichen und zu sichern.

denn', Kant fährt im Nachsatz fort,wodurch sollte das Er- kenntnisvermögen sonst...?

wir sagen: halt! Hier ist ein Bezug, wo gar nicht bezogen ist, aber gelten soll: die bezogene Seite(I) heißtErkenntnis, die des Bezugs Erkenntnisvermögen eine Kleinigkeit, auf die es gerade an- kommt! Wenigstens dem, der nicht gerade wie Kant denkt, d. h. über- haupt nicht, bei dem statt dessen der Impuls, Trieb der Überwältigung waltet, der wiederum hier eine Täuschung heraustreibt; die Bedenken angesichts des Folgesatzes werden unmittelbar gerechtfertigt. Der so übermäßig durch Schachtelungen belastete Satz legt sich zugleich wie eine Last auf uns. Wir müssen mehrmals, und zwar recht tief, Atem holen, um ihm folgen zu können; wir sind wahrscheinlich anders organisiert wie Kant, nur in Etappen vermögen wir den Weg zurück- zulegen, weniger temperamentvoll als er müssen wir beschauliche Ruhepausen einlegen: EinErkenntnisvermögen, zurTätigkeit er- weckt unddurch Gegenstände, und Erkenntnis ist für uns zweierlei, in Grund und Wesen verschieden. Zunächst ist nichts wirklich her- aus, als der wirkliche Grund für die sonderbare Art, mit einer Frage zu begründen, die offenbar uns zuschiebt die Begründung, oder zu- mindesten.uns gleich einschließt in seine eigene, eigenartige Begrün- dung. Die rhetorische Frage ist mehr als ihr anzumerken ist auf den

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