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Der Geist der Mitte : das andere Deutschland : die "Umschulung" der Deutschen / August Blume
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ren, er gibt sich der Hoffnung hin, daß er sie niederhalten und seinen Willen in unseren fortsetzen kann. Immer sind solche Anschauungen gewollte Strebungen, versuchte Täuschung geht immer darauf aus, die eigene Macht durch den Andern zwangsmäßig zu erweitern, im­mer ist sie ein frevelhafter Einbruch in die Freiheit des Andern, eine Art Überrumpelung.

Der Widerstands-, der Lebenswille, was in diesem Falle dasselbe ist, er findet eine ungewohnte, neue Lage vor, eine neue, nie da­gewesene Art der Gegnerschaft Kant ist der ,, Einschlag" eines Neuen im Leben des deutschen Geistes, er ist ein Problem geworden, das mit bisherigen, zumal an ihm erzogenen Mitteln gar nicht zu lösen ist: Wie soll sich da noch wehren, wem einem über alle Mittel einer neuen Waffentechnik verfügenden Gegner gegenüber schon beim ersten Gang der ersten Begegnung die ausschlaggebende Waffe wir werden sie kennenlernen- entfallen ist? Wird er über­haupt noch Gelegenheit, Zeit und Kraft, sie zu gebrauchen, haben können.( Der wahre deutsche Idealismus hatte sie!)

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Der Mann muß es eilig haben, wer so einleitend, wie hier Kant: ,, daran ist gar kein Zweifel", sich äußert. Warum mit einer angeb­lichen Selbstverständlichkeit so andringend zu kommen, ist es nicht zum Verwundern? Wer sich mit einem Unzweifelbaren einführt, hat gewiß nicht auf Widerspruch zu rechnen, jedermann pflegt sich eben in dem zu finden, was als seine Ansicht der Andere sagt: das Behagen der Bequemlichkeit, wer das anspricht, dem öffnen sich Tür und Tor. Nur, hier das ist der Köder, so bequem möchte es dem Fisch der Angler machen! Auf das gefährliche Zwielicht ist zu achten, in das die Szene getaucht ist schon mit diesem ersten, angeblich einleiten­dem Auftritt, wo mit unserer völligen Unterwerfung gerechnet wird!

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Überblicken wir das Ganze des Vorgebrachten, den ganzen Kant vorstellend und den Schlüssel bildend zu seiner ,, Vernunftskritik", und sehen wir auf uns, so kann der Eindruck kaum befriedigen. Warum? Weil, wenn wir auch dort( nicht nur bei uns) auf Totalität gehen, das Ganze zerfällt: es sind so viele Einzelheiten, daß dieser Reichtum, statt zu befriedigen, eher Verdacht erregt: zu viel des Guten. Und be­denklicher noch: Wir erkennen uns darin kaum wieder. Einem Sturz­bach gleich fällt ein Schwall von Worten über uns her, der kalt läßt, wie alles, was uns fremd bleibt, weil es das verstehende Durch­schauen eher erschwert als ermöglicht, deshalb weil wir nicht einmal

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